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Ostende.Bearbeiten


Ostende,[1] eine befestigte Stadt im Königreiche der Niederlande, in der Provinz Flandern, mit ungefähr 11000 Einwohnern und einem Hafen an der Nordsee. Das 1711 neuerbaute Stadthaus ist ein schönes Gebäude. Die Stadt ist merkwürdig wegen der Belagerung, die von 1601 bis 1604 über drei Jahre dauerte, und damit endigte, daß die holländische Besatzung sich an den spanischen General, Ambrosius Spinola, ergeben mußte. Im J. 1723 legte Kaiser Carl VI. hieselbst eine Handlungsgesellschaft an, die jedoch die Eifersucht der Holländer und Engländer erregte, und daher kraft des wiener Traktats 1731 wieder aufgehoben werden mußte. Im J. 1745 zwang der französische Marschall von Löwendahl die Stadt binnen zehn Tagen nach Eröffnung der Laufgräben zur Uebergabe. Im aachner Frieden 1748 erfolgte die Rückgabe. Im J. 1757 vertraute Maria Theresia die Bewahrung des Platzes einer französischen Besatzung an. Der Hafen ist klein und seicht, so daß größere Schiffe nur mit Hülfe der Fluth einlaufen können. Joseph II. erklärte ihn 1781 für einen Freihafen, wodurch die Handelsthätigkeit und die Anzahl der Fremden sehr vermehrt wurden. Der Krieg zwischen Frankreich, Holland und England trug überhaupt damals viel zur Aufnahme des Orts bei. Noch lebhafter wurde das Gewerbe der Stadt in den ersten Jahren des französischen Revolutionskriegs; als aber die Franzosen sich in den Niederlanden behaupteten, blockirten die Engländer den Hafen, und der Handel sank tief darnieder; seit dem Frieden aber fängt er an sich wieder zu heben. Ein Canal setzt Ostende mit Nieuport u. Brügge in Verbindung.


Festung.Bearbeiten


[2] Oostende oder Ostende eine sehr starke Vestung in Flandern, mit nassen Graben und zwei Schanzen als Außenwerken. Größter flanderischer Seehafen, sehr bedeutender Handel. 11'000 E.

-- -- Die genannten vier Vestungen sind mit Niederungen umgeben, welche durch Ueberschwemmungsschleusen unter Wasser gesetzt werden können.


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Quellen.Bearbeiten

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  2. Lehrbuch der Militär-Geographie von Europa, eine Grundlage bei dem Unterricht in deutschen Kriegsschulen, von A. G. Hahnzog, Divisionsprediger und Lehrer an der Kriegsschule in Magdeburg. Magdeburg, bei Ferdinand Rubach 1820.
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