Perigueux.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Perigueux, Hauptstadt in Perigord, am Fluß Isle; jezt die Hauptstadt im Departement der Dordogne. Sie ist der Sitz des kommandirenden Generals der 20sten Division. Die Zahl der Einwohn. betrug im J. 1802. 5,733. Die Stadt hat noch Ueberbleibsel von Römischen Alterthümern, unter andern ein Amphitheater. Es werden hier vorzüglich gute Hasenpasteten gebacken und verführt. Der übrige Handel besteht in Schweinen, Kastanien und Eisen.

Zu dem Bezirke dieser Stadt gehören die Cantons: Perigueux, Branthome, Exideuil, Grignols, Hautefort, St. Jean-de Verost, St. Pierre-de Chignac, Savignac-les Eglises, und Thenon.


Von Reisende.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Xaver Rigel.

[1808]

[2]

Perigord (das Land der Trüffeln) enthält in seinen mit Kastanienwäldern geschmückten Gebirgen reichhaltige Eisengruben. Die hiesigen Trüffeln werden für die besten gehalten; auch ich habe sie mir zu

Perigueux,

der Hauptstadt dieser Provinz, an der Tafel eines Hessischen Obersten ziemlich schmecken lassen. Ich fand sie besser als die Turiner; dennoch würde ich ihrer bei einem längern Aufenthalte daselbst gewiß überdrüssig geworden seyn, da jede Schüssel, die man uns auftrug, mit dieser Erdfrucht übersäet war. Die hiesigen Trüffel- und Repphühnerpasteten sind durch ganz Frankreich berühmt. In dem Verkaufe derselben besteht der Haupterwerb der Einwohner, deren Zahl sich etwas über 6000 belaufen mag. Der Ort, sehr alt, hat enge und unregelmäßige Straßen. Man bemerkt noch einige Trümmer alter Befestigung; die Baumpromenade, unmittelbar an den letzten Häusern der östlichen Stadt, ist die einzige Schönheit, die sie aufzuweisen hat. Desto merkwürdiger fand ich die in ihrer Nähe gelegene Quelle, die jeden Morgen bestimmt um 9 Uhr austritt und einen großen Theil der Umgegend unter Wasser setzt. Nach zwei Stunden verläuft es sich wieder. Die Uhren werden nach diesem sonderbaren Phänomene gerichtet. Ich habe vergebens den Ursachen desselben nachgeforscht.

Wir gingen hier über die Isle und kamen nach einigen Tagemärschen über Mucidan, Saint Foy, Lagon, Captieux und Mont de Marsan in der Hauptstadt der eigentlichen Provinz Gascogne zu Saint Severe an.

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Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
  2. Der siebenjährige Kampf auf der Pyrenäischen Halbinsel vom Jahre 1807 bis 1814; besonders meine eigenen Erfahrungen in diesem Kriege nebst Bemerkungen über das Spanische Volk und Land. Von Fr. Xav. Rigel, Großherzoglich-Badischem Hauptmann, des Carl-Friederich-Militär-Verdienst- und des Kaiserlich-Russischen St. Wladimir-Ordens Ritter. Rastatt 1819. Auf Kosten des Verfassers und bei ihm selbst.
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