Ploçk.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Ploçk,[1] spr. Plozk, ehemals Hauptstadt der von ihr benannten Woiwodschaft, in Polen, an der Weichsel, hat einen Bischof, der unter dem Erzbischof von Gnesen stehet, und Fürst vom Pultuskischen Gebieth, im Lande Liw in Masovien war. Der Probst des Domkapitels war Herr des Sielunischen Gebiets und führte den fürstl. Titel davon. Jezt ist Plock die Hauptstadt eines Kammerdepartements in Neuostpreussen. Unter den 43 hieher gehörigen Städten ist Plock die einzige, welche Mauern und Thore hat. Kirchen und Klöster giebt es viele in der Stadt, aber nur 389 Häuser und 2,578 Einwohner; im J. 1801 zählte man aber in 445 Feuerstellen 3,997 Einwohner mit dem Militär. Sie ist der Sitz der Regierung und der Kammer, und enthält ein kathol. Gymnasium, Domkapitel und Kollegiatstift, 2 Mönchs- und 2 Nonnenklöster.

Das Kammerdepartement Plock macht die westlichere kleinere Hälfte von Neu-Ostpreussen aus, enthält 311 ge. Quadratm. und 315,542 Einwohner, nach der Zählung im J. 1801; unter ihnen befinden sich 22,968 Juden und 12,000 Lutheraner, alle übrigen sind Polen und Litauer von kathol. Religion. Der Adel (mehr als 20,000 Köpfe stark) ist größtentheils arm. 11,354 von ihnen sind ohne Grundeigenthum und cantonpflichtig. Das Land ist größtentheils eben und hat viel Sand und große Waldung; es wird in folgende 6 landräthliche Kreise getheilt: Lipno, Mlawa, Ostrolenka, Przacznic, Pultusk und Wyszogrod.


Krieges- und Domainen-Kammer zu Plock.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


[2] Das Plocksche Departement (welches auf der einen Seite durch den Bug und die Weichsel, und auf der andern durch Ost- und Westpreussen begränzt wird) enthält folgende 6 Kreise: den Lipnoschen, den Wyszogrodschen, den Mlawaschen, den Przacznizschen, den Pultuskschen und den Ostrolenkaschen Kreis.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
  2. Handbuch über den Königlichen Preussischen Hof und Staat für das Jahr 1804. Berlin, bei Johann Friedrich Unger.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.