Charte vom Königreiche Bayern nach seiner neuesten Eintheilung vom Jahre 1808.

Passau.

Die Stadt Passau ist die Hauptstadt des Unterdonaukreises und der Sitz des Generalcommissariats.

Sie hat eine romantische Lage und besteht aus der Stadt und den zwei Vorstädte, der Innstadt und der Ilzstadt, welche Theile zusammen über 800 Häuser und 6200 Einwohner enthalten. Die eigentliche Stadt liegt auf einer Halbinsel, an deren Ende sich die Donau und der Inn vereinigen, und sie ganz einschließen. An dem rechten Ufer des Inns liegt die Innstadt, welche durch eine hölzerne Brücke mit der eigentlichen Stadt Passau verbunden ist. Jenseits der Donau, am linken Ufer der Ilz, welche hier sich gleichfalls mit der Donau vereinigt, liegt die Ilzstadt. Auf dem in dem Winkel zwischen der Donau und dem rechten Ufer der Ilz liegenden 400 Fuß hohen Berge ragt die Festung Oberhaus mit ihren Basteien und Mauern hervor, deren Werke in neuern Zeiten mit acht Forts vermehrt worden sind, und welche mit dem tiefer liegenden Schlosse Niederhaus verbunden ist.

Die eigentliche Stadt ist ziemlich gut, hingegen die Vorstädte sind schlecht gebaut. Unter den Gebäuden zeichnen sich aus das ehemalige bischöfliche Residenzschloß, die von Quadersteinen aufgeführte prächtige Domkirche auf dem Domplatze, dem schönsten Platze der Stadt, und das ehemalige Jesuitencollegium, jetzt das Gymnasium.

Außer einer Tabaksfabrik und den bedeutenden Bierbrauereien findet man hier wenig Industrie. Wichtiger ist der Handel und die Schifffahrt auf der Donau.

In der Nähe liegen die Lustschlösser Freudenheim und Löwenhof.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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