P. Daru.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Daru (P.) Schon als Schriftsteller durch seine artigen Gedichte bekannt, betrat er die militärische Laufbahn, ward zum Kriegskommissär ernannt, wohnte in dieser Eigenschaft mehrern Feldzügen bey und wurde in dem Feldzuge in der Schweiz 1799 Oberkriegskommissär. Nach dem 18. Brumaire ernannte ihn der erste Konsul zum Divisionschef, hierauf zum Generalsekretär des Kriegsministers und zum Mitglied des Tribunats. Den 25. November 1803 wurde er Legionär und das folgende Jahr darauf Kommandant der Ehrenlegion. 1805 trat er in den Staatsrath, ward hierauf Generalkommissär der grossen Armee und während die Franzosen Wien besetzt hielten, General-Intendant von Ober- und Niederösterreich. Im Feldzug gegen die Preußen erhielt er wieder die Stelle eines Generalintendanten; so wie auch 1809 bey dem neuen Kriege mit Oesterreich.


Pierre, Graf Daru.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[2]
Daru (Pierre Graf), als Schriftsteller durch eine Uebersetzung des Horaz bekannt, betrat früh die militärische Laufbahn, ward zum Kriegscommissär ernannt, wohnte in dieser Eigenschaft mehrern Feldzügen bei, und wurde in dem Feldzuge in der Schweiz 1799 Oberkriegscommissär. Nach dem 18. Brumaire ernannte ihn der erste Consul zum Divisionschef, hierauf zum Generalsecretär des Kriegsministers und zum Mitgliede des Tribunats. Den 25. November 1803 wurde er Legionär und das Jahr darauf Commandant der Ehrenlegion. 1805 trat er in den Staatsrath, ward hierauf Generalcommissär der großen Armee, und während die Franzosen Wien besetzt hielten, General-Intendant von Ober- und Nieder-Oesterreich. Im Feldzuge gegen die Preußen erhielt er wieder die Stelle eines General-Intendanten; so wie auch 1809 bei dem neuen Kriege mit Oesterreich. 1811, nachdem Maret-Bassano an die Stelle von Champagny-Cadore als Minister der auswärtigen Angelegenheiten getreten war, wurde Daru zum Minister-Staats-Secretär ernannt. Als solcher begleitete er Napoleon seit 1812. 1814 wurde er zum General-Armeeintendanten vom König ernannt. Nach Napoleons Sturze spielte er keine ausgezeichnete politische Rolle mehr. 1816 wurde er unter die Mitglieder der französischen Akademie aufgenommen.


Worte Napoleons.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[3]
Er sagte von Hrn. Daru, er sey ein Mann von der größten Redlichkeit, sicher und ein großer Arbeiter. Bei dem Rückzug von Moskau hätte sich die Festigkeit des Hrn. Daru vorzüglich beurkundet, und der Kaiser wiederholte indessen mehrmals, daß er mit der Arbeit des Stiers den Muth des Löwen verbinde.


Anekdoten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[4]
Die Arbeit schien das Element des Hrn. Daru zu seyn: er hatte alle seine Augenblicke ausgefüllt, so sehr, daß, als ihn einst Jemand, wie er Minister Staatssekretär war, über seine unermeßliche Arbeit, die ihm nun alle Zeit rauben müßte, beklagte, er heiter antwortete: "Im Gegentheil, seit dieser meiner neuen Stelle glaube ich fast gar nichts mehr zu thun zu haben." Indessen wurde er denn doch einmal davon übermannt. Der Kaiser hatte Hrn. Daru eines Tages nach Mitternacht zur Arbeit rufen lassen, wo er denn so ermüdet war, daß er kaum wußte, was er schrieb, und daß ihn endlich die Natur überwältigte, und er auf dem Papier einschlief. Als er nach einem tiefen Schlafe seine Augen wieder eröffnete, wie groß war sein Erstaunen, als er den Kaiser ruhig an seiner Seite fortarbeiten sah. Der Zustand der Kerzen gab ihm hinreichend zu erkennen, wie lange seine Abwesenheit gedauert haben mußte. Bestürzt, verwirrt, begegnete sein verlegener Blick den Augen des Kaisers, der ihm sagte: "Nun ja, mein Herr, Sie sehen, daß ich Ihre Arbeit mache, da Sie sie nicht machen wollten. Ich dachte, Sie würden gut zu Nacht gespeist, einen vergnügten Abend gehabt haben; dabei darf die Arbeit nicht leiden." "Ach, Sire, ich sollte einen vergnügten Abend zugebracht haben! Ich bringe schon mehrere ganze Nächte mit Arbeit zu, und Eure Majestät haben nun gerade die traurige Folge davon, die mir ausnehmend leid ist, gesehen." "Nun, warum haben Sie mir dieß nicht gesagt; ich will Sie nicht umbringen; legen Sie sich ins Bette; gute Nacht, Herr Daru."


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1807]

Hülfs-Anstalten. [5]

Braunschweig. Sonntags, den 21. Juni, gab der franz. Intendant, Herr Daru, den hiesigen Waisenkindern ein Mittagsmahl in seiner Wohnung im Beverschen Palais, das er seit seiner Ankunft bewohnt. Die Kinder, 150 an der Zahl, versammelten sich Mittags auf seine Einladung im obern Saal, unter dem Zulaufe einer großen Menge Menschen. Hier stand eine lange gedeckte Tafel, an der die Kleinen Platz nahmen; und ausser einer vollständigen Mahlzeit fand jedes Kind einen halben Thaler auf seinem Teller. Hr. Daru, dessen liebenswürdige Gemahlin nach Tische Konfekt unter die sämmtlichen Kinder vertheilte, speiste mit ihren Lehrern und Vorgesetzten an einer eignen Tafel. Es war ein schöner froher Tag für alle Anwesende! Unter den mannichfaltigen Drangsalen des Kriegs, die auch das hiesige Land erlitt, erheitert sich die Seele bey wohlthätigen Handlungen dieser Art, von denen geübt, in deren Händen jetzt zum Theil das Wohl und Wehe des Landes liegt. Glücklich ist Braunschweig, den verehrten General Rivaud zum Gouverneur und einen Menschenfreund wie Hrn. Daru zum Intendanten zu haben.


[1812]

Königsberg, den 24sten July. [6]

Den 18ten d. M. hat die Juristenfakultät hiesiger Universität, auf den einstimmigen Antrag des Senats, Se. Excellenz, den kaiserlich-französischen Minister-Staatssekretär, Herrn Grafen Pierre Daru, eben so berühmt durch vielseitige wissenschaftliche Bildung, als durch seinen öffentlichen Charakter, mittelst Diplomes, zum Doctor juris kreirt. In einer feyerlichen und zahlreichen Versammlung der Universität, welche zur Verherrlichung dieses Vorgangs im Auditorio maximo angestellt war, hielt der Prot. jur. Dr. Beck, vom Senat dazu beauftragt, eine lateinische Rede, worin er von dem Einfluß und der richtigen Anwendung alterthümlicher und herkömmlicher Einrichtungen sprach. Zu der Versammlung und Rede hatte derselbe schon früher durch ein Programm eingeladen, welches über die, bey Entwerfung einer neuen Civilgesetzgebung, und besonders bey Annahme fremder Gesetzbücher, zu befolgenden Grundsätze handelte. Die Feyer war dem gefeyerten Gegenstande angemessen.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  2. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  3. Denkwürdigkeiten von Sanct-Helena, oder Tagebuch, in welchem alles, was Napoleon in einem Zeitraume von achtzehn Monaten gesprochen und gethan hat, Tag für Tag aufgezeichnet ist. Von dem Grafen von Las Cases. Stuttgart und Tübingen in der J. G. Gotta'schen Buchhandlung. 1823.
  4. -
  5. Nationalzeitung der Deutschen. 29tes Stück, den 16ten July 1807.
  6. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 187. Montag, den 5/17. August 1812.
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