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Pirna'sche Gasse.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Folge mir zurück auf den Neumarkt. Unter mehrern zeichnen sich die drei Häuser des App. R. D. Kind aus; ferner das gräflich Prebndowski'sche Eckhaus an der Moritzstraße, No. 768; das Hotel de Saxe und die Salomonisapotheke. Diese macht die Ecke von der Pirna'schen Gasse, wo a) das Riesch'ische Palais steht, das gegenwärtig Hrn. Bassenge gehört. Es hat 3 Gestocke und einen großen Hof. Die Architektur desselben ist theils von Knöfler, theils von Krubsacius. In demselben befindet sich ein großer alfresco gemalter Saal. Das Meublement ist prächtig, aber im ältern Geschmack. Im Garten sieht man an der Wand, gegen die Post hin, eine von Theile gemalte perspektivische Colonnade, die leider sehr beschädigt ist. b) Das gräflich Reuß'ische, sonst das Flemming'sche, dann Hoym'sche Palais, No. 736. Es ist nach der römischen Ordnung gebaut, mit Pilastern, die durch 2 Etagen gehn. Die Fussböden der großen Salons sind mit polirtem Marmor und Jaspis belegt. Das Meublement ist reich. -- c) Das Posthaus, mit Absteigequartieren für Fremde und einem Concertsaale. d) Das Amthaus mit der Polizeicommissionsstube. e) Das Landhaus, von Krubsacius i. J. 1774 und 75 gebaut, von 60 Ellen Breite und 100 Ellen Tiefe. Es besteht aus Parterre, Entresol und zwei Gestocken. Vor der ersten Etage ruht ein schöner Vorsprung von fünf Fenstern auf einer Colonnade von sechs freistehenden Säulen der toskanischen Ordnung, in deren Friede sich folgende Inschrift mit vergoldeten Buchstaben, von Ernesti befindet: Curia ordd. Sax. Frid. Aug. Elect. P. P. Pac. Curav. M. DCC. LXXV. Die oberste ionische Pilasterordnung faßt das Hauptgeschoß und noch ein Halbgeschoß in sich. Das Innere, mit einer großen und schönen Doppeltreppe, ist vortreflich abgetheilt. Die Baukosten nebst dem Meublement betrugen gegen 88000 Thaler. Im untern Stockwerke hat das Ober-Steuercollegium seine Cassen, Archive und Expeditionen. Im zweiten und dritten befinden sich die Säle und Zimmer der Landstände aus den Kur- Erb- und vereinigten Landen, welche seit 1769 alle 6 Jahre von der Landesregierung nach Dresden zum allgemeinen Landtage berufen werden.


Oeffenliche Gebäude.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[2]
Das Landhaus auf der Pirnaischen Gasse, ist 110 Ellen lang, 32 hoch und enthält 4 Stockwerke, 6 freistehende Säulen zeichnen nebst der darüber befindlichen lateinischen Inschrift, dieses Gebäude vor allen übrigen aus.

Das Amthaus ist demselben gegenüber -- man findet darinn die Kommerziendeputation, nebst der Oberrechnungskammer, desgleichen die Policeykommission und die Billets-Auswechselungskasse.


Herrschaftliche Palais.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[3]
Das Gräfl. Riesch'sche, jetzt Schallsche auf der Pirnaischen Gasse, ist eins der vorzüglichsten seiner Art, an welchem sich zugleich ein englischer Garten befindet.

Das Gräfl. Hoymsche ebenfalls auf dieser Gasse, zeichnet sich zwar nicht durch Größe, desto mehr aber durch sein kostbares Innere aus.


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Verpacht- und Vermiethungen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[4]

8) Am Neumarkte No. 682 ist ein trocknes sicheres Niederlags-Gewölbe zu Ostern auch von dato an zu vermiethen. Nachricht erhält man daselbst parterre

[5]

3) An der Pirnaischen Gassecke, nach dem Neuen Markte zu No. 681 ist die 2te Etage entweder ganz oder getheilt, wie auch mit oder ohne Meubles zu vermiethen, und wird daselbst nähere Nachricht ertheilt.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dresden, dargestellt aus dem Gesichtspunkte der Cultur. Dresden, 1804. in der Arnoldischen Buch- und Kunsthandlung.
  2. Taschenbuch für Fremde in Dresden, die ihren Aufenthalt daselbst zweckmäßig benutzen wollen. Mit Kupfer und Charte. Dresden, bey Heinrich Gerlach. 1804.
  3. id.
  4. 11tes Stück. Donnerstags den 5. Februar 1807.
  5. Dresdner Anzeigen. 16tes Stück. Mittwochs den 18. Februar 1807.
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