Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Plan von dem Gefecht und der Schlacht bei Lützen am 1ten und 2ten May, 1813.

Plan von dem Gefecht und der Schlacht bei Lützen am 1ten und 2ten May, 1813.

Erklärung des Planes von dem Gefechte und der Schlacht bei Lützen am 1. und 2. May 1813.[]

(Im allgemeinen machen wie darauf aufmerksam, daß mit Roth die Franzosen, mit Blau die Verbündeten, mit A die beiderseitigen Stellungen vor dem 1. May, mit B die am Schlachttage selbst bezeichnet sind.)

A. am 29. April

finden wir das Hauptquartier des Kaisers Napoleon, der Tags vorher von Erfurt aufgebrochen war, in Naumburg, während die Division Souham zwischen Benditz und Weißenfels, dem russischen General Lanskoi gegenüber, stand. Nach einer lebhafter Kanonade besetzte Souham Weißenfels und Lanskoi zog gegen Rippach sich zurück, so daß Napoleon

am 30. April

sein Hauptquartier in Weißenfels nehmen konnte, an welchen Tage zugleich der Vicekönig von Italien in Merseburg sich befand, der General Bertrand aber, von Jena aus in Stößen eintraf. --

An diesem Tage hatte die preußische Armee unter Blücher ihr Hauptquartier in Borna; Graf Wittgenstein (der russische Oberbefehlshaber,) und der mit ihm vereinte General York, war in Gohlis; Kaiser Alexander und der König von Preußen befanden sich mit der sogenannten großen russischen Hauptarmee über Freiberg und Chemnitz auf dem Marsche zur Vereinigung mit Blücher, Wittgenstein und York. -- Auf die erhaltene Nachricht von den Bewegungen der französischen Armee befahl Graf Wittgenstein dem General Winzingerode eine Recognoscirung gegen Weißenfels hin zu machen; diese geschah mit 3 Divisionen Cavallerie, 1 Division Infanterie und gehöriger Artillerie

am 1. May.

Winzingerode hatte die Anhöhen jenseits des Defilées von Poserne (zwischen Lützen und Weißenfels) besetzt, als Napoleon mit dem Marschall Ney (Fürsten von der Moskwa), dem General Souham, der Cavallerie-Brigade Laboissiere, unter dem General Kellermann (Herzog von Valmy), den Divisionen Girard und Marchand und der ganzen Cavallerie der Garde, unter dem Marschall Bessieres (Herzog von Istrien), in Schlachtordnung anrückte, um über Lützen nach Leipzig zu marschiren, während zu gleicher Zeit der Vicekönig von Merseburg nach Markranstädt aufbrach, daher auch der zwischen Merseburg und Lützen aufgestellte Kosakenposten zum Winzingerodischen Corps sich zurückzog. Als nun mit diesem Corps Napoleon auf seinem Marsche nach Lützen zusammentraf, kam es zwischen Groß-Pörsten, Poserne und Rippach zu einem heftigen Gefechte; die französische Marschordnung gibt unser Plan so an: daß voran die Division Souham, hinter dieser die Cavallerie-Brigade (Laboissiere), unter Kellermann, hinter dieser die beiden Divisionen Girard und Marchand und zuletzt die Garde-Cavallerie gefolgt sey. Der französische Kaiser war eben im Begriffe, mit dem Marschalle Bessieres die Stellung der Russen zu recognosciren, als die erste russische Kanonenkugel den Marschall vom Pferde riß; das Gefecht begann hierauf unter einer lebhaften Kanonade, doch die Russen sahen sich genöthigt, der Uebermacht zu weichen und dieß hatte die Folge, daß eine allgemeine Vorrückung der französischen Armee geschah, so daß in der

Nacht vom 1. auf den 2. May

Napoleons Hauptquartier in Lützen, das des Marschalls Ney (Fürsten von der Moskwa), in Kaja, das des Marschalls Marmont (Herzog von Ragusa), in Poserne sich befand, während der General Bertrand von Stößen nach Poserne beordert wurde, der Vicekönig von Italien aber in Markranstädt war, der General Lauriston bei Günthersdorf die Straße von Merseburg nach Leipzig, und der Marschall Oudinot (Herzog von Reggio), der am 1. May von Jena aufgebrochen war, bei Flömmingen die Straße nach Naumburg besetzt hielt.

Die Verbindungen hatten während der Vorgänge des 1. May sich concentrirt; die Souverains befanden sich mit ihren Hauptquartieren in Borna; Leipzig war von einem Corps unter General Kleist besetzt und die ganze Armee war in der Nacht vom 1. auf den 2. May in einer Ausdehnung von Pegau bis unterhalb Gautsch vor der Elster in Schlachtordnung aufgestellt; jenseits des Flusses hinter der Zeitzer Straße, von Pegau bis Groß-Zschocher, standen ihre Vorposten. Das Corps des Generals Miloradowitsch war in und bei Altenburg. -- Mit Tages Anbruch rückte die alliirte Armee über die Elster vor, um den rechten Flügel der aus Leipzig zu marschirenden französischen Armee in die Flanke zu nehmen. General Miloradowitsch marschirte von Altenburg nach Zeitz. -- Unser Plan zeigt uns beide Heere

B. am 2. May

in den veränderten Stellungen. -- Die Alliirten sehen wir, zuerst zwischen dem Floßgraben und Gruna an einen kleinen Flüßchen, mit ihren Kürassier- und Grenadier-Reserven concentrirt, die Straße von Pegau nach Lützen beherrschend, währen ihre Feinde früh 9 Uhr um Lützen herum und jenseits des Floßgrabens standen. Die beiden vereinten Souverains hatten ihren Standpunct auf einem Hügel, fast in der Mitte der Schlachtordnung genommen. Die fünf brennenden Dörfer, Starsiedel, Kaja, Rahna, Klein- und Groß-Görschen bezeugen hinlänglich, wie heftig auf ihren Fluren gekämpft worden ist; die in einander verschobenen blauen und rothen Corps deuten die verschiedenen Momente der Schlacht an, deren Schicksal erst Abends 8 Uhr entschieden wurde, als der auf seinem vorhabenden Marsche von Markranstädt auf Leipzig um Mittag eiligst zurückberufene Vicekönig von Italien mit dem Herzog von Tarent, nach einem dreistündigen Marsche bei Klein-Görschen in die Linie trat und den rechten Flügel der Alliirten, auf dessen äußerster Spitze der Prinz von Wirtemberg commandirte, zu umgehen drohte. Diesen und nun noch mehr ankommenden frischen Truppen -- denn auch der General Bertrand war nun von Stößen aus auf dem Schlachtfelde, im Rücken des linken alliirten Flügels eingetroffen -- hatten die Alliirten nicht gleichviele entgegenzusetzen. Als sie endlich vernahmen, daß Leipzig vom Feinde besetzt sey, welches General Lauriston, der von Günthersdorf dorthin marschirt war, genommen hatte; da zogen sie sich mit den Hauptmassen hinter die Elster zurück. Der Morgen des 3. May fand sie fast in derselben Stellung, wie sie am vorherigen sich befunden hatten. Doch diese enthält unser Plan nicht mehr.


Quellen und Literatur.[]

  • Welthistorische Ansicht vom Zustande Europa's am Vorabend der Schlacht bei Leipzig im Jahre Achthundert Dreizehn.
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