Plato Zoubow.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Zoubow (Plato) letzter Günstling Katharinens II., war Lieutenant bey der reitenden Garde und hatte einige Erziehung; er sprach französisch, ließ Munterkeit und Feinheit des Geistes blicken, gab sich mit Literatur ab und trieb Musik. Sein Körper hatte mittlere Länge, aber Geschmeidigkeit; er hatte ihn vollkommen in seiner Gewalt; seine hohe Stirne, seine schönen Augen kündigten Geist an. Als die Kaiserinn im Frühjahre 1789 nach Trarskoé-Selo reiste, bat er sich die Gnade aus, das Detaschement, welches sie begleitete, kommandiren zu dürfen, und da er dieselbe erhalten, hatte er den Vorzug, mit Katharinen zu speisen. Nikolaus Soltykow, der damals in grossen Ansehen stand, führte den jungen Zoubow ein, und diente ihm mit desto grösserem Eifer, da er sich in ihm eine Stütze gegen den hochmüthigen Potemkin zu bauen hoffte, welcher ihm vom ganzen Hofe allein die Spitze zu bieten wagte. Zoubow wurde zum Adjudanten der Kaiserinn ernannt, und erhielt ein Geschenk von 100000 Rubel. Ob er gleich weit entfernt war, das Genie und den Ehrgeitz Orlows und Potemkins zu haben, so stieg am Ende doch seine Gewalt und sein Ansehen zu einem höheren Gipfel als das jener beyden berühmten Günstlinge. Der Kaiser Paul, der ihn im ersten Augenblicke seiner Thronbesteigung mit ziemlicher Achtung behandelt und ihn in allen seinen Würden bestättigt hatte, entfernte ihn von seinem Hofe, und gab ihm sogar einige Wochen darauf den Befehl, Rußland zu verlassen. Zoubow kam, wie alle seine Vorgänger, nach Deutschland. Paul ertheilte ihm später den Befehl nach Rußland zurückzukehren, wo er an dem tragischen Ende des Monarchen Theil genommen haben soll. Unter Alexanders Regierung wurde er zum Mitglied des Staatsraths und Chef des ersten Kadettenkorps ernannt. Er ist General der Infanterie und Ritter aller Russischen, Preussischen und Polnischen Orden.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.