Potsdam.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Potsdam, die zweite königlich preußische Residenzstadt und Hauptstadt eines zur Provinz Brandenburg gehörige Regierungsbezirk, vier kleine Meilen von Berlin, liegt an dem Einflusse der Nuthe in die Havel, auf einer vier Meilen im Umfange habenden Insel, welche von der Havel, einigen Seen und einem Canale gebildet wird. Sie besteht aus der Alt- und Neustadt, zu der auch der Kiez, die Friedrichstadt und das holländische Revier gehören, und vier außerhalb der Mauer liegenden unbeträchtlichen Vorstädten, und hat sieben Brücken über den aus den Havel kommenden und wieder in dieselbe führenden Canal, fünf Kirchen, 1700 Häuser und 17,400 Einwohner. Die Könige Friedrich Wilhelm I. und II. und besonders Friedrich II. haben an den Anbau dieser Stadt große Summen gewendet, so daß sie jetzt, nächst Berlin, die schönste Stadt der preußischen Monarchie ist, aber dennoch menschenleer und nahrungslos ist. Potsdam ist schön gebaut; die prächtigsten Straßen sind die breite Straße, die Waisenstraße, die Lindenstraße, die Pflugstraße, die Brandenburgerstraße, die Burgstraße. Vor den meisten Thoren sind schöne Alleen angepflanzt, und weiter hin, größtentheils an der Havel, sind Wälder, buschigte Hügel und Weinberge. Von einigen benachbarten Bergen hat man schöne und abwechselnde Aussichten nach der Stadt über die sehr breite Havel nebst einigen Seen, nach verschiedenen Dörfern und nach den königlichen Gärten, Wäldern, Lustschlössern und Häusern, welche zum Theil wieder auf kleinen Anhöhen liegen. Auch an schönen öffentlichen Plätzen fehlt es der Stadt nicht, die vorzüglichsten sind der Wilhelmsplatz, mit Pappeln, Linden und andern Bäumen bepflanzt, in verschiedene Gänge eingetheilt und mit einer Hecke eingefaßt; die Plantage am Bassin, gleichfalls mit Linden bepflanzt und mitten im Bassin mit einem Gebäude nach holländischer Art auf einer mit Werkstücken eingefaßten Insel, wo Friedrich Wilhelm I. seine Tabacksgesellschaften hielt; die Garnisonsplantage, ein gleichfalls mit Bäumen besetzter Platz, und der alte Markt, am Schlosse, mit schönen Gebäude umgeben. In der Mitte steht ein Obelisk von weißem und rothem Marmor, 74 Fuß hoch; an den vier Seiten sind die Brustbilder Kurfürst Friedrich Wilhelms, der Könige Friedrichs I., Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs II. Unter den öffentlichen Gebäuden ist vorzüglich das königliche Schloß in der Altstadt bemerkenswerth, welches Kurfürst Friedrich Wilhelm zu bauen anfing und Friedrich II. vollendete. Es ist ein längliches Viereck, das aus 3 Geschossen besteht. Das Hauptportal ist auf dem alten Markte und die Hauptfaçade auf der Garten- und Havelseite. Bemerkenswerth sind die Säulencolonnaden auf der Seite gegen die lange über die Havel führende Brücke und zwischen der Mitte des Flügels und dem königlichen Reitpferdestalle; die erstere besteht aus 20 und die andere aus 32 freistehenden korinthischen Säulen mit dazwischen stehenden Gruppen und Statuen. Das Rathhaus hat Friedrich II. nach dem Muster des Amsterdamer 1754 erbauen lassen. Auf der Mitte des Gebäudes steht der Thurm mit der Kuppel, worauf ein kupferner Atlas in Riesengröße steht, der die Weltkugel trägt, und beides ist von getriebenem Kupfer und vergoldet. Auf der Waisenstraße, einer der längsten Straßen Potsdams, steht das große königliche Militärwaisenhaus, in welchem über 600 Kinder und außerhalb noch von demselben über 2000 Kinder von Militärpersonen verpflegt werden. Dieses vier Geschoß hohe Gebäude macht mit dem landschaftlichen Hause ein großes Viereck aus. Von den Kirchen sind besonders merkwürdig: die Hof- und Garnisonskirche, auf deren Thurme, wohin 365 Stufen führen, ein schönes Glockenspiel angebracht ist, welches 12 000 Thaler gekostet hat. Unter der marmornen Canzel ruhen Friedrich Wilhelm I. in einem marmornen und Friedrich II. in einem zinnernen Sarge; die heilige Geistkirche mit einem hohen prachtvollen Thurme, die lutherische Stadtkirche zu St. Nicolai, und die französische reformirte Kirche, nach dem Muster des Pantheons zu Rom erbauet. Auch das Schauspielhaus und das neue große Armen- und Krankenhaus müssen hier noch angeführt werden. Die wichtigste Industrieanstalt ist die Gewehrfabrik, welche bis jetzt die einzige in der preußischen Monarchie war. Die in Spandau geschmiedeten Flintenläufe werden hier geschäftet und equipiret, die Gewehre mit Schlössern und allem Uebrigen versehen, und völlig in fertigen Stand gesetzt. Gegenwärtig beschäftigt diese Fabrik gegen 150 Arbeiter. Das lange vier Geschoß hohe Gebäude nimmt mit den zu dieser Fabrik gehörigen Häusern eine ganze Straße ein. Die übrigen Fabriken, deren verschiedene, als in Tabak, Baumwolle, Seidenzeugen, Bleistiften, Leder, Tuch, Wachsleinwand xc., sich hier befinden, sind von weit geringerer Bedeutung. Durch das Brandenburger Thor, welches aus einem schönen mit freistehenden corinthischen Säulen gezierten Triumphbogen nach dem Muster des Trajanischen in Rom besteht, gelangt man nach dem berühmten königlichen Lustschlosse Sanssouci (s. d. Art.).


Von Reisenden.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Gottlob Küttner.

[1794]

[2]

Brandenburg.

Potsdam.

Wir giengen von Leipzig über Dessau und Wörlitz, wo wir uns nicht länger aufgehalten haben, als nöthig war, den berühmten und Ihnen wohlbekannten Garten zu sehen. Zu Wittenberg hielten wir uns noch weniger auf, und so kamen wir gestern zu Potsdam an.

Der Weg durch den Churkreis und so weiter fort durch das Brandenburgische bis nach Potsdam geht durch Wüsteneyen von Sand, in den ich nichts als das Bild der Barbarey sahe. Mein Herz war eingeengt und in einer ganz eigenen Art von Beklemmung, die sich freylich fühlen, aber nicht beschreiben läßt. In diese unwirksame, unfreundliche Gegenden scheint keine ungefähre Triebsamkeit, keine Verbesserung des Alten, kein neuer Begriff seinen Weg gefunden zu haben, und mich dünkt, alles sey ungefähr so, wie es am Ende des dreyßigjährigen Krieges gewesen seyn muß. Ein Fruchtbaum ist schon eine Seltenheit, und von Waldbäumen habe ich fast nichts gesehen, als Nadelholz. Gleichwohl kann man nicht sagen, daß diese Sandstriche ganz ungebaut seyn; Man sieht allerdings einen gewissen Grad von Arbeit darinne; Allein es fehlet den Leuten an Capital, ihren höchst elenden und undankbaren Boden um etwas zu verbessern

Am Ende dieser ebenen Sandstriche aus Einöden kommt man auf eine kleine Anhöhe, von welcher Potsdam, mit seiner umliegenden Gegend, wie ein Paradies erscheint. Ich glaube, daß ich dieses kleine Thal in jedem Lande artig gefunden haben würde; allein durch den Contrast erschien es mir reizend. Indessen war uns die Stadt selbst höchst unangenehm; und mich füllte sie mit tausend traurigen Gedanken. Es ist ein prächtiges Treibhaus, dem man die Wärme genommen hat. Je grösser und schaubarer die öffentlichen sowohl als Privatgebäude sind, desto trauriger kommen mir ihre Bewohner vor. Die Palläste versprechen eine wichtige Hauptstadt; aber alles fehlt, was man von einer Hauptstadt erwartet -- das Gedränge in den Gassen, das Heer wohlgekleideter Menschen die Wagen, Pferde, Livreybedienten, Belustigungsorte, Triebsamkeit, Menge und Eleganz der Kramläden! Alles kam mir tod und arm vor, und manches in augenscheinlichem Verfalle. Keine einzige Gasse bin ich durchgangen, in der nicht Gras wüchse, keine in der ich nicht Schmutz bemerket hatte. Freylich trägt die jetzige Abwesenheit der Garnison sehr vieles zur Entvölkerung einer Stadt bey, die zu keiner Zeit eine starke Bevölkerung hatte.

Das große neue Schloß bey Potsdam ist und bleibt ein edles und wichtiges Gebäude, was auch der eckele Kenner gegen diesen, oder jenen Theil einzuwenden haben mag. Besonders interessant war mir das kleine Ha2s auf der Anhöhe, der vorzügliche Wohnort des letzten Königes. In diesem Augenblicke halten sich die Gemahlinnen der Prinzen Friedrich Wilhelm und Carl darinne auf, die wahrhaft wie verträgliche Schwestern ein Familienleben hier führen und ihren Witwenstand durch die Künste und häußlichen Beschäftigungen sich erträglich zu machen suchen.

Nicht weit von diesem Gebäude ist die berühmte Windmühle, deren Geschichte Sie wissen. Der letzte König ließ sie, da er sie nicht los werden konnte, mit Bäumen einpflanzen, die, als sie heranwuchsen, dem Müller so ganz den Wind wegnahmen, daß er nicht weiter mahlen konnte. Friedrich ließ sich nunmehro eben so hartnäckig finden, als er vorher den Müller gefunden hatte. Allein der gegenwärtige König hat ihm die Mühle neu gebauet und erhöhen lassen, so daß sie wie ein erhabenes Gebäude in die Luft steigt und in ihre volle Thätigkeit wieder eingesetzt ist.

Die Gemähldesammlung ist in einem andern Theile der Anlagen in einem eigenen Gebäude. Ich habe sehr schöne Stücke hier gefunden; Aber ich kann unmöglich die Nahmen der Meister unterschreiben, nach denen man mehrere Gemählde nennt, noch Alles das für original halten, was uns dafür gegeben wurde.

Gerne würde Lord *** am Eingange des Gartens eine gewisse Summe bezahlt haben; aber äusserst unangenehm ist es, alle Augenblicke von jemanden angebettelt zu werden. Wir verweilten einen Augenblick bey den Leichensteinen, mit denen der letzte König die Gräber seiner Hunde hat belegen lassen: augenblicklich stieß ein Mensch zu uns, der uns die Nahmen vorbuchstabirte, die wir selbst besser auf den Steinen lesen konnten. Wir kehrten uns mit Unwillen davon; allein der Mensch sagte, er sey ein Schloßknecht und bath um ein Almosen. Nicht weit davon verlangte ein anderer einen Brandewein, und nennte sich den königlichen Nachtwächter. Befanden wir uns in einem Gange, so bettelten die Leute, welche an den Hecken verschnitten, und in den breiten Sandwegen zogen die Arbeiter uns schnüre vor. Die Abwesenheit des Königes mag freylich zu diesem Unwesen sehr vieles beytragen, das er gewis nicht dulten würde, wenn er davon wüßte.


Von Reisende..[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August von Kotzebue.

[1804]

[3]

Potsdam.

Welch ein Gewimmel und Getümmel belebt des besten Königs sonst ruhige Wohnung! Uniformen von allen Farben malen die Straßen bunt, Fremden aus allen Gegenden strömen zum prächtigen Schauspiel; die dumpfe Trommel wirbelt, und das Geschütz donnert, und des halben Mondes Glöcklein tönen freundlich dazwischen. Die Thore sind nicht weit genug, die schauende Menge zu fassen: sie drückt und drängt, preßt und schiebt sich; hier stößt ein Elbogen, dort streift ein Rad; hier bleibt den zarten Schönen ein Sporn im Kleide hängen; dort ruht der Kopf eines Gauls auf ihr dünn-verschleierten Schulter: bis endlich aus des Thores weiten Munde die Wolke hervorquillt, Hügel und Thäler überschwemmt. Da stehen und wogen die Tausende, und heften ihre Blicke, von Vergnügen trunken, auf die lange unabsehbare Fronte, über der die Fahnen wallen, an der die geflügelten Reiter auf und nieder eilen. Ein frohes Gemurmel verkündet des Königs Erscheinen; den ungeheuren Körper belebt ein einziges Wort, und Eine Seele bewegt die zahllosen Glieder. -- Mir aber, liebe Freundin, war das herrliche Schauspiel unserer Herbstmanövers zu groß und fröhlich; es überfiel mich eine Angst bei alle der lauten Freude, und nur im tiefen stillen Sande hinter Potsdam, von düstern Nadelwäldern eingeschlossen, atmete ich wieder freier. -- Auch in Stuttgard waren, kurz vor meiner Ankunft, Manövers gehalten worden, von welchen ein dichterischer Zeitungsschreiber in einer Wirtembergischen Zeitung versichert: sie hätten eine schöne Physiognomie gehabt. Manövers mit Physiognomien! so weit haben die Preußen es doch noch nicht gebracht. Bald wird vielleicht ein militärischer Lavater herumreisen, um die Manövers zu silhouetiren und eine Physiognomik derselben herausgeben.


Von Reisende...[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean-Philippe Graffenauer.

[1807]

[4]

Gewiß erwarten Sie, mein Herr, einige Nachrichten von Potsdam und Sans-Souci, diesem vormaligen so interessanten Wohnorte eines weisen Monarchen, der sechs und vierzig Jahre lang seine Unterthanen beglückte, und in dieser Zeit gleichsam eine neue Schöpfung hervor rief. Wer mit der Geschichte Friedrichs des Großen bekannt ist, dem Gewährt der Besuch jener Oerter ein gedoppeltes Vergnügen, und bezeichnet ihm den rechten Gesichts-Punkt, aus welchem sie angesehen werden müssen.

Potsdam liegt auf einer Insel, die von der Havel und einigen Seen gebildet wird, und vier Meilen im Umfange hat. Diese Stadt ist sehr alt. Die Geschichte erwähnt ihrer schon im achten Jahrhundert; doch standen hier damals wahrscheinlich nur einige Fischerhütten. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm, dem es hier gefiel, erbaute das Schloß, und vergrößerte die Stadt. Er ließ Moräste austrocknen, und einen breiten Kanal mitten durch die Stadt leiten. Seine Nachfolger fuhren fort, Potsdam zu verschönern; insbesondere aber gab ihm Friedrich der Große seinen jetzigen Glanz. Er ließ vielen Einwohnern Potsdams schöne Häuser, größtentheils nach italiänischen Mustern, bauen. Die Straßen sind lang, breit, gerade und regelmäßig durchschnitten; im Ganzen ist die Stadt gut und mit Geschmack gebaut. Fast alle Häuser sind massiv, und zwey, drey, auch vier Stockwerke hoch. Viele derselben sind von völlig gleicher Bauart, und stehen unter einem Dache.

Dieser prachtvollen Außenseite ungeachtet, sind die Einwohner von Potsdam arm. Jene stolzen Palläste werden in der Regel von unbemittelten Bürgern, Krämern, Künstlern u. s. w. bewohnt, und in ihrem Innern herrscht oft der drückendste Mangel. Potsdam gleicht jetzt einem prächtigen Treibhause, dem die belebende Wärme entzogen ist. Man glaubt, bey der Ankunft in Potsdam, in einer großen Residenz zu seyn; aber vergeblich sieht man sich nach dem Menschengewühle in den Straßen, nach schönen Equipagen, reichen Kaufmanns-Gewölben u. s. w. um. Alles ist traurig und öde; an mehreren Stellen sieht man auf den Straßen Gras wachsen.

Das königliche Schloß ist ein ansehnliches Gebäude von länglicht-runder Form. An der Façade, der langen Brücke gegenüber, läuft eine Kolonnade von zwanzig korinthischen Säulen mit untermischten Gruppen. Zu dem Haupt-Eingange des Schlosses, nach der Abendseite, führt ein schönes Portal. Das Innere des Schlosses ist prächtig, und die Zimmer sind mit vortrefflichen Gemälden geschmückt. Die vorzüglichsten Gemächer sind: der königl. Speise-Saal, der Saal mit der Marschalls-Tafel, der Audienz-Saal, der Marmor-Saal, das Schlafzimmer des Königs u. s. w. In dem Potsdamer Schlosse ward sonst der Degen Friedrichs des Großen aufbewahrt, den der Kaiser Napoleon dem Invaliden-Hause in Paris geschenkt hat.

Auf dem alten Markte steht das nach dem Muster des Amsterdamer gebaute Rathhaus. Ueber der Kuppel des Thurms ist eine kolossale Figur von vergoldetem Kupfer angebracht, die den Atlas vorstellt, der die Erdkugel trägt. Beynahe auf dem Markte vor dem Rathhause, steht ein Obelisk von rothem und weißem Marmor. Auf demselben Platze stand sonst die Nikolai-Kirch, die am 15ten September 1795, bis auf die nach dem Schlosse zu gelegene Façade, abbrannte. Zu dieser führt ein herrliches Portal, das nach dem Modell der Kirche der Maria maggiore in Rom erbaut ist. Die Wohnungen der Prediger und des Kantors sind dem Pallaste des Kardinals Quirini in Rom nachgebildet.

In der Garnison-Kirche, deren Thurm ein schönes Glockenspiel hat, liegen Friedrich Wilhelm der Erste und Friedrich der Große begraben. Unter der Kanzel geht man durch eine Gitterthür in das Gewölbe, dessen Wände mit Marmor bekleidet sind, und worin beide Särge stehen. Der Friedrich Wilhelms des Ersten ist vor schwarzgrauem Marmor, und der, in welchem der Leichnam des großen Friedrichs ruht, von Zinn. Der Kaiser Napoleon sagte, als er dieß Gewölbe verließ: Sic transit gloria mundi.

Am Ende der Brandenburger Straße findet man ein großes Wasserbecken, um welches Lindenbäume stehen, und in dessen Mitte ein Pavillon in holländischem Geschmacke erbaut ist. Ein ganzes Viertel in Potsdam wird das Holländische genannt; hier sind alle Gebäude von Backsteinen, und im holländischen Geschmack erbaut.

Die Reitbahn ist ein weitläuftiges Gebäude, das nur einen großen Saal enthält. Das Dach der Reitbahn ist ohne Dachstuhl, und wird für ein Meisterwerk gehalten.

In Potsdam ist auch eine Gewehr-Fabrik, die eigentlich einen Theil der Spandauischen Ausmacht, und derselben zur Ergänzung dient. Denn die in der letztern verfertigten Flinten werden hier gezogen und mit Schlössern versehen. Man will behaupten, daß hier in einer Woche für ein ganzes Bataillon Flinten gemacht werden können.

Potsdam besitzt noch ein großes Waisenhaus, ein recht hübsches Schauspielhaus u. s. w.

Die Gegend von Potsdam hat viel Gefälliges. Vor den meisten Thoren der Stadt sind schöne Alleen, und weiterhin findet man Wälder, Seen, Hügel, und sogar Weinberge. Auf den Anhöhen, welche der Stadt südlich liegen, genießt man einer weiten, malerischen Aussicht. Der jetzt regierende König hat hier einen Thurm von gothischer Bauart aufführen lassen, in dessen Innern geschmackvoll meublirte Zimmer sind. Von der Gallerie dieses Thurms übersieht man die ganze Stadt, den Lauf der Havel, Sans-Souci, das neue Palais, das Marmor-Palais, viele Seen, Dörfer u. s. w.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  2. Wanderungen durch die Niederlande, Deutschland, die Schweiz und Italien in den Jahren 1793 und 1794. Leipzig, 1796. bei Voß und Kompagnie.
  3. Erinnerungen aus Paris im Jahre 1804. von August von Kotzebue. Berlin 1804 bei Heinrich Fröhlich.
  4. Meine Berufsreise durch Deutschland, Preußen und das Herzogthum Warschau, in den Jahren 1805, 1806, 1807 und 1808. Von J. P. Graffenauer, Doktor der Arzneygelahrtheit, vormaligem Arzte bey der großen französischen Armee, mehrerer gelehrten Gesellschaften Mitgliede. Chemnitz, bey Carl Maucke. 1811.
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