Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Schreiben aus Preußen, vom 12ten Februar.[]

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Ein Monat ist wieder unter unerfüllten Hoffen auf eine glückliche Veränderung unserer zwangvolllen Lage verflossen. Wir sind noch immer wo wir waren, und das waltende Elend hat sich nicht vermindert. Wenn, wie bei uns, der sonst Begüterte, erschöpft durch jene Lasten, welche der Krieg auflegt, durch Abgaben mancher Art, durch fortwährende Einquartierung zahlreicher fremder Soldaten, zu einem gewissen Grad von Armuth herabsank, dann liegt die Noth schwer auf die Gesammtmasse. Und jener Fall tritt häufig bei uns ein.

Nun denke man ferner an die vielen Officianten, welche entweder Brodtlos wurden oder doch keine Gage empfingen, an die Menge von Officieren, die, selbst ohne Vermögen, ohne Einkommen blieben und nun zur tiefsten Armuth herabgesunken sind. Der menschenfreundliche Prinz August (Sohn des Johanniter-Heermeisters, Prinzen Ferdinand von Preußen) sammelte für diese Classe eine Unterstützung an Gelde und viele wohlthätige Männer trugen bedeutende Summen dazu bei, der König ließ 30,000 Thaler auszahlen, aber der Bedürftigen sind so viele, nur wenige Thaler kamen auf den Antheil des Individuums. Die Königlichen Beamten bei dem ehemaligen Militair-Departement, als bei dem Ober-Kriegs-Collegium u. s. m., welche in demselben Falle sind, stellten bereits im November v. J. dem Könige das drückende ihrer Lage in einer Bittschrift dar, doch der Monarch antwortete, daß es unmöglich sey, aus den erschöpften Cassen ihnen Hülfe zufließen zu lassen; die müßten sich bis auf bessere Zeiten -- die hoffentlich nicht mehr sehr fern wären -- gedulden, diejenigen unter ihnen, welche unumgänglich einer Unterstützung bedürften, sollten sich an die Berliner Friedensvollziehungscommission wenden, die es vielleicht möglich machen würde, ihnen eine kleine Beihülfe zu gewähren. (Dies Königliche Schreiben wurde in der Mitte Dec. v. J. erlassen) Seitdem hat mancher Arme jener Gattung auf diesem Wege Unterstützungen erhalten, aber die Mittel reichen im Verhältniß zum Bedürfnisse nicht hin.

In und um Königsberg ist die Noth außer ordentlich groß. Ganze Haufen von Bettlern strömen von den nahgelegenen Dörfern, die der Dämon des Krieges heimsuchte, in die Hauptstadt, suchen hier Hülfe und fristen mit Mühe ein martervolles Daseyn, das dennoch von dem Mangel der nächsten Zukunft bedroht wird. Zwar läßt die milde Regierung unentbehrliche Lebensmittel vertheilen, aber bei dem ungeheuren Preise der Bedürfnisse ist es unmöglich, einen Jeden mit dem Nothwendigen zu versorgen. Einzelne unglückliche Fälle vermehren das Elend zu einer entsetzlichen Größe: So brannte das Städtchen Heiligenbeil in Ostpreußen, welches ohnehin durch den Krieg sehr gelitten, am Ende des entwichenen Jahres bis auf zwei Gebäude auf. Was man an Unterstützung für die verzweifelnden Einwohner sammelt, ist ein Tropfen in das Weltmeer.

Ferner ist der Preis der Colonialwaaren seit einigen Monaten auf das Duplum des sonstigen gestiegen und Jedermann ist daran gewöhnt, betrachtet den Genuß und Gebrauch derselben als eine Entschädigung für die mancherlei Leiden und unter diesen Umständen wird die Entbehrung unendlich schwer; die Staatspapiere stehen in einem sehr niedrigen Course; das grobe Courant stand zu Berlin in der Mitte Januars d. j. gegen Münze 14 pCt. Agio; wir sind mit falschen, zum Theil aus England gekommenen, Groschenstücken belästigt und da in Berlin das Französische Gouvernement alle von außen einkommende Groschen von den Münzarbeitern untersuchen und die unächten wegnehmen läßt, so herrscht jezt ein allgemeines Mißtrauen in dieser Hinsicht, fast Jedermann sieht die Münze genau an und weiset die falschen zurück. Man begreift, wie nachtheilig auch dieser Umstand würkt.

Die Einquartierung in den Preußischen Provinzen ist folgende: Zwischen der Oder und Elbe befindet sich das Corps des Herrn Marschalls Victor. Die dritte Division vom dritten Corps unter dem Herrn Marschall Davoust steht in der Neumark und Westpreußen. In Pommern ist das vierte Corps des Marschalls Soult, dessen Hauptquartier Stettin ist. Das fünfte oder Massenasche Corps, jetzt interimistisch vom General Suchet commandirt, steht in Niederschlesien, (Man hofft indessen, daß dieses bald aufbrechen und nach Italien gehen werde) und in Oberschlesien befindet sich das sechste des Herrn Marschalls Ney, dessen gegenwärtiger Commandeur der Herr Marschall Mortier ist.

Ein Kaiserl. Französischer Artillerietrain ist am 19ten Jan. durch Berlin gegangen. Er kam aus der Neumark und ging (circa 500 Mann und eben so viele Pferde stark) nach Hannover.

Schlesien zahlt monatlich eine große Summe (man sezt sie auf 288,000 Thaler) wahrscheinlich als Beitrag zu der allgemeinen Landes-Contribution.

Im Januar sind von der Franz. Intendantur 4000 Eichen aus den Märkischen und Pommernschen Forsten zum Gebrauch für die Franz. Artillerie requirirt. Die Forstbeamten machten Gegenvorstellungen, erhielten aber, dem Vernehmen nach, keine günstige Antwort von dem General Intendanten der Finanzen, Herrn Daru; es wurde im Gegentheil befohlen, daß alle Bäume, welche seit zwei Jahren hätten gefällt werden können, umgehauen werden sollten.

Auf dem rechten Weichselufer herrscht im Wechsel Mangel und eine große Theurung, die eines theils daher entsteht, daß noch immer Transporte von dem übrig gebliebenen Vieh und Getreide von diesem Ufer auf das linke zum Unterhalt der hier stehenden fremden Truppen abgeführt werden.

Es ist eine große Quantität Munition und eine Menge Geschütz nach Stettin und Cüstrin geführt und diese Festungen auf zwei Jahre mit Proviant versorgt worden.

Unsre 250,000 Mann starke Armee, ist bis auf 20,000, woraus sie jezt besteht, zusammen geschmolzen.

Wenn sie dies gelesen, so haben Sie so ziemlich die Mittel, sich einen Begriff von dem Drückenden unsers Zustandes zu bilden; jezt aber mache ich Sie auch mit der bessern Seite desselben, mit Hoffnungen und Erleichterungen bekannt.

Bekanntlich ist die Königliche Familie am 16ten Januar von Memel in Königsberg eingetroffen; zuvor war schon die Garde und ein Theil des übrigen Militairs hier angekommen; auch der Staatsminister Baron von Stein traf mit dem Personale der Königlichen Bank und anderen Behörden, ein. Man empfing den König und seine Familie mit all der Liebe, welche gute Unterthanen unter den drückendsten Umständen nie verleugnen, und welche sie sogar zum Trost des geprüften Beherrschers doppelt zu entrichten, sich schuldig glauben. Der König ist etwas magerer geworden. Anfangs hieß es, die Königliche Familie werde sich nach Elbing begeben, um dort zu residiren, aber dieser Entschluß scheint entweder aufgegeben oder nie gefaßt worden zu seyn. Daß der gute Monarch von der Gränze seines Reichs zu der Hauptstadt desselben zurück gekehrt ist, erfreut jeden Menschen in einem Staate, den die würdigen Abkömmlinge der Hohenzollern durch so viele Jahrhunderte mit Milde und Weisheit regierten; auch gewinnt das Maaß froher Erwartungen eine Vermehrung in der Annäherung des Königs.

Von dem bekannt gemachten Bruche mit England, der uns Frankreich näher bringt, hoffen wir ebenfalls Gutes. Welchen Vortheil des Prinzen Wilhelm von Preußen (Bruder des Königs) in Paris, bewürken wird, weiß man noch nicht mit Gewißheit; in einem gewissen Falle -- heißt es -- wird Preußen an Frankreich und Rußland ein militairisches Contingent stellen; auch heißt s, unsre Regierung werde dem Rheinbunde beitreten.

Wie wir erfahren, so hat die Ottomannische Pforte in einem Schreiben an unserm König, wegen der Abweisung des Preußischen Gesandten, Genugthuung zugesagt.

Die noch immer bis um die Mitte Januars d. J. als Kriegsgefangene betrachteten Officiere wurden um diese Zeit ihres Ehrenwortes entlassen, erhielten Freiheitscharten, und konnten sich nun wieder mit Pässen versehen, aus einer Provinz, aus einer Stadt in die andre begeben, wozu sie bis dahin eine Special-Erlaubniß bedurften. Uebrigens blieben die von ihrem Corps entfernten, wie jeder Civilist, der fremden Polizei unterworfen.

Ueber die Reorganisation unsers Militäirs ist bis jezt folgendes bekannt geworden:

Das Avancement geschieht künftig nur bis zum Capitain nach der Anciennetät, vom Capitain aufwärts ausschließlich nach Fähigkeiten. Es entsteht ein ganz neues, allgemeines Conscriptionssystem, doch dient der Conscribirte vor der Hand nur ein Jahr, damit alle streitbaren jungen Männer im Militairdienst geübt und dazu gewöhnt werden. Nach und nach werden alle Ausländer -- sowohl Officiere, als Unterofficiere und Gemeinde -- verabschiedet, und die Armee besteht fortan nur aus Einländern. Die Dienstthuenden wechseln alljährlich die Garnisonen. Die vielen Generale werden dimittirt -- (die Generale Kuhnheim, Wartensleben und Müffling haben bereits ihre Dimission genommen) -- und ein Obrist commandirt das Regiment. Ein solcher Obrist erhält jährlich 2500 Thaler Gage und in der Garnison freie Wohnung und Holz nebst 4 Rationen. Der Capitain, welcher Compagniechef ist, bekömmt 1200 Thaler Besoldung, der Premierlieutenant 300 Thaler.

In jedem Regiment bleiben 2 Staabscapitains, welche die Leibcompagnie und die des Commandeurs vom 2ten Bataillon -- welcher wie ehedem Obristlieutenant oder Major ist -- versehen; sonst wird dieser militairischer Grad aufgehoben. Die Auditeurstelle wird in Zukunft durch einen Officier des Regiments besezt, der die Rechte studirt haben muß und seines Officiums wegen, von allen andern Diensten befreit bleibt; die Regimentsquartiermeisterstelle geht gleichfalls ein, die kleinen Geschäfte werden vom Auditeur mit, die grössern vom Regimentscommandant oder im Felde vom Generalquartiermeister verwaltet. Auch die Feldprediger werden entlassen und nur im Felde werden einige Geistliche bei der ganzen Armee angestellt.

Was die Civilangelegenheiten betrift, so sollen, nach dem Befehl des Königs, die aus Polen vertriebenen Officianten bei der ersten Gelegenheit vorzüglich wieder in Brodt und Thätigkeit gesezt werden und bis zur Eröffnung von Stellen halbe Besoldung erhalten.

Bei den Tribunalen, die in sich von allen Regimentern errichtet werden, soll jeder Officier angeben, wo er während des Krieges bis zu seiner Gefangennahme war; auch darf jeder Suba~tern Officier unaufgefordert bei dem errichteten Kriegsgericht gegründete Klagen gegen seinen oder einen andern General anbringen.

Hiermit wäre denn die Uebersicht alles dessen, was auf unsern Staat Bezug hat, beendigt. Künftig die Fortsetzung.


Reskript vom 7. November.[]

[2]
Berlin den 10. Nov. In Betreff der bevorstehenden Räumung der Preussischen Staaten von den kaiserl. Französischen Truppen, liest man hier nachstehendes Reskript, das von dem königl. Kabinets-Ministerium an die General-Zivil Kommissarien in den bisher besetz_en Provinzen erlassen ist:

"Friedrich Wilhelm xc. Unsern xc. Wir haben euch durch das Reskript Unsers Kabinets-Ministeriums vom 22. v. M. benachrichtigen lassen, daß die Räumung Unserer Staaten von den kaiserl. Französischen Truppen, und die Zurückgabe der Administrazionen des Landes spätestens mit dem 15. d. M. verfügt werden würde. Inzwischen sind die Vorbereitungen hiezu bereits so weit gediehen, und alle Anstände dahin beseitigt, daß die Evakuazion schon jetzt verfügt worden ist, und so schnell, als die Entfernung der einzelnen Korps, und die Möglichkeit in Herbeyschaffung der Transporte solches nur immer gestattet, spätestens aber bis zum 5. künftigen Monats vollendet seyn wird. Die von dem kaiserl. Französischen Gouvernements bisher verwalteten öffentlichen Kassen werden Unsern Beamten am 18. d. M. zurückgegeben, in so fern die Verwaltung der kaiserl. Französischen Behörden bey dem frühern Abmarsch der Truppen nicht vor gedachtem Tage schon aufgehört hat. Diesem gemäß habt ihr die in eurem Geschäftsbezirk weiter erforderlichen Veranstaltungen zu treffen, und ernstlich dahin zu wirken, auch besonders den untern Beamten einzuschärfen, daß, so wie die kaiserl. Französischen Autoritäten ihrerseits den Abmarsch der Truppen mit Ordnung und regelmässiger Mannszucht leiten, auch diesseits aller Anlaß zu Beschwerden verhütet, und ein freundschaftliches Einverständniß mit den kaiserl. Französischen Behörden und Truppen erhalten werde. Mit Vertrauen erwarten Wir von den wohlgesinnten Einwohnern Unserer Haupt- und Residenzstadt Berlin und der Provinzen, daß sie in einmüthiger Bestrebung, den Geist der Ordnung und der öffentlichen Ruhe gegen die Störer derselben zu behaupten, ihre treue Anhänglichkeit und ihren Gehorsam gegen Uns, eben so rühmlich für sie, als wohlthätig für das Beßte des Vaterlandes, beweisen werden. Sind xc. Berlin: den 7. Nov. 1808. Auf Sr. königl. Majestät allergnädigsten Spezial-Befehl:.


Zeitungsnachrichten.[]

[1808]

Preussen. [3]

Es erneuert sich das Gerücht, der k. Preussische Hof werde bald von Königsberg nach Berlin zurückkommen, und von mehrern Seiten hört man, die fremden Truppen würden zu Ende July die Preussischen Länder verlassen. Der geheime Finanzrath Sack, der vor kurzem nach Königsberg abreisete, ist jetzt erster vortragender Rath im königl. Konseil (ehedem Kabinet genannt) Es bestätigt sich, daß der ehemalige Kabinetsrath Beyme seine Dimission als Präsident des Kammergerichts, wozu er vor kurzem ernannt worden ist, genommen hat. Er wohnt auf seinem Gute Thalheim unweit Charlottenburg.

Oeffentliche Nachrichten aus Breslau vom 18. Jun. enthalten Folgendes: "Nun ist es definitiv entschieden, daß die in Schlesien kantonnirenden Französis. Truppen mehrere Lager beziehen werden, indem den Kriegs- und Domainenkammern die Herbeyschaffung der erforderlichen Kosten von dem Französischen Gouvernement angedeutet worden ist."


Preussen. [4]

Berlin den 10. Sept. Die Sage, daß bis zum 1. Okt. Preussen (das heißt das Land zwischen der Weichsel und Oder, als Pommern, die Neumark und der übriggebliebene Theil von Westpreussen) gänzlich von fremden Truppen verlassen werden soll, erhält sich; doch können wir uns noch kaum zu dem Glauben an die Wahrheit derselben erheben, ob wir gleich hören, daß die Neumark bereits in diesem Augenblick ganz geräumt ist, daß die noch übrige Division vom Soultschen Korps, welche bey Möwe an der Weichsel stand, nach Danzig abmarschirt ist, um dort nach der Entfernung des Oudinotschen Korps (welches nach Glogau in Schlesien gegangen ist) die Besatzung zu bilden, und folglich auch Pommern fast ganz vom fremden Militär entblößt ist. Es heißt sogar, daß auch das Brandenburgische nächstens geräumt werde. Die Gründe zu jenen Vermuthungen sind die Märsche der Truppen, die sich mehr der Elbe nähern, der Abmarsch eines Theils des hiesigen Artilleriedepots, und die Rüstungen des Restes desselben zur Entfernung. Ferner ist das Büreau des Kommissär-Ordonateur, Matthieu Favier, vor einigen Tagen von hier abgegangen. Verschiedene Preussische Offizianten vom Range haben ihren Familien, welche sie zum Winter nach Königsberg kommen lassen wollten, die Weisung gegeben, hier zu bleiten; der Minister Baron v. Stein wollte die Fußtapeten aus seinem hiesigen Palais nach Königsberg schaffen lassen, auch dieses ist abgestellt, und man erwartet dagegen die Ankunft des Ministers im nächsten Monat. Der Oberst v. Kleist, Flügeladjutant des Königs, welcher sich seit langer Zeit in Berlin aufhielt, um die Aufsicht über die hier befindlichen Preussischen Offiziere und Soldaten zu führen, erscheint seit acht T gen in voller Uniform, was sonst bekanntlich untersagt war. Einen Vortheil gewähren schon jetzt diese Gerüchte, die Staatspapiere sind plötzlich um 30 Prozent gestiegen. In Königsberg wollte man schon bestimmt wissen, daß nächstens das Preussische Gebiet ganz von den Franzosen geräumt werden, und daß nur 6000 Mann zur Bewachung der Küste des baltischen Meeres zurückbleiben würden. Der Herzog von Dalmazien (Marschall Soult) hat jetzt abwechselnd seinen Wohnort hier und in Charlottenburg. Vom Aufbruch des Generalstabes, wovon man bereits sprach, ist jetzt die Rede nicht mehr.

Am 11. Sept. trat der Herzog von Treviso, Reichsmarschall, seine Abreise aus Breslau an, nachdem bereits einige Tage vorher das unter seinen Befehlen stehende Armeekorps aufgebrochen war, um nach Sachsen xc. zurück zu marschiren. Dagegen traf am 10. der Herzog von Auerstädt, Chef von Warschau zu Breslau ein.


Preussen. [5]

Berlin den 25. Okt. Folgendes soll der wörtliche Inhalt des Schreibens seyn, welches der Präsident v. Gerlach, Mitglied der hiesigen königl. Friedenskommission, an die kurmärkische Kriegs- und Domainenkammer unter dem 23. dies erlassen hat: "Der königl. Kammer mache ich auf Veranlassung eines gestern an mich ergangenen Reskriptes des königl. Kabinetsministeriums vorläufig hierdurch bekannt, daß die Hindernisse welche der Evakuazion der königl. Staaten und der Zurückgabe der Administrazion an die diesseitigen Behörden entgegengestanden haben, durch eine am 8. dies zu Erfurt ratifizirte Konvenzion gehoben worden sind. Nach dem Inhalte derselben werden 1) die Einkünfte sämmtlicher Provinzen seit dem 8. Sept. d. J. für Sr. königl. Majestät Rechnung erhoben, und es wird darüber zu seiner Zeit eine Liquidazion und Abrechnung erfolgen. 2) Die Evakuazion wird verfügt, sobald die Behufs der Kontribuzionsberichtigung ausgefertigten Papiere dem kaiserl. Intendanten Daru zugestellt seyn werden. Man hat den spätesten Termin auf den 15. Nov. verabredet; es ist aber unbezweifelt, daß er abgekürzt werden wird. 3) Die Administrazion wird zurückgegeben werden, sobald die Französ. Truppen das Land geräumt haben xc."


Preussen. [6]

Berlin, den 29. Oktober. Von Königsberg ist nach Kolberg die Ordre gekommen, daß die zwey dort stehenden Eskadrons Rudorfsche Hussaren den 4. Nov. von dort aufbrechen sollen, die eine Eskadron nach Berlin, die andere nach Rathenau, das Blücherische Korps soll zu gleicher Zeit seinen Marsch hierher nehmen, und Berlin besetzen. Unser König geht von Königsberg zuerst nach Breslau, und von da kommt er hieher. Man erwartet ihn hier den 25. Nov., zu dessen Empfang werden bereits alle Anstalten gemacht. -- Stettin, Küstrin und Glogau bleiben von Franzosen besetzt, bis die ganze rückständige Kontribuzion bezahlt ist. Glogau wird seiner Zeit zuerst geräumt.



Quellen.[]

  1. Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und andern Sachen. Jahrgang 1808.
  2. Wiener-Zeitung. Nro 94. Mittwoch, den 23. November 1808.
  3. Wiener-Zeitung. Nro 57. Sonnabend, den 16. July 1808.
  4. Wiener-Zeitung. Nro 78. Mittwoch, den 28. September 1808.
  5. Wiener-Zeitung. Nro 90. Mittwoch, den 9. November 1808.
  6. Wiener-Zeitung. Nro 92. Mittwoch, den 16. November 1808.
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