Tagsbefehl.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1812]

Roszanna, den 30sten July. [1]

Der General en Chef, Graf Regnier, eröffnet hiermit allen Mitgliedern der unter seinen Befehlen stehenden königlich-sächsischen Truppen, daß er mit ihrem Benehmen vom Anfange dieses Feldzuges an bis auf diesen Augenblick vollkommen zufrieden ist. Er dankt ihnen für die Anstrengung und den guten Willen, mit welchem sie die zeitherigen Beschwerden ertragen; sie sind ihm sichere Bürgen für die Zukunft.

Der Major von Lindenau vom Regiment Husaren, und der Major von Seidlitz vom Regiment Ulahnen haben Gelegenheit gehabt, sich mit den ihnen untergebenen Truppen besonders auszuzeichnen. Der General Regnier befiehlt, seine Zufriedenheit hierüber den Truppen bekannt zu machen.

Der Generalmajor von Klengel hatte den Befehl, mit dem Regiment König, dem Regiment von Niesemeuschel und einen Theil des Regiments Ulahnen nach Kobryn und Brcesk zu marschiren, während der Feind, ohne daß man es ahnen konnte, alle seine Kräfte auf diesem Punkte vereinigte. Der Generalmajor von Klengel hat sich mit 2300 Mann, gegen einen 8mal stärkern Feind, 10 Stunden unaufhörlich geschlagen, und hätte seinen Rückzug gewiß mit gleicher Ordnung vollbracht, wenn seine Kommunikation mit dem Korps nicht durch das Abbrennen einer Brücke unterbrochen worden wäre. Dies, und daß sich ihre Kameraden wie brave Sachsen geschlagen haben, soll der Mannschaft bekannt gemacht werden. Der General Regnier ist überzeugt, daß die Truppen jede Gelegenheit mit Freuden ergreifen werden, den gehabten Verlust am Feinde zu rächen.

Der Chef des Generalstabes, Oberster Langenau.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 195. Mittewoch, den 14/26. August 1812.
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