Ravenna, Hauptstadt in der Italienischen Landschaft Romagna, am Einfluß des Flusses Montone in den Golfo di Venezia. Sie gehörte dem päbstlichen Stuhle, und hatte in ältern Zeiten einen berühmten von Adriatischen Meere hergeleiteten Hafen, welcher jezt völlig versandet ist, und die Stadt liegt eine gute Stunde von der See entfernt. Die Strassen sind gerade, breit und hell; aber die Häuser verfallen, die Zahl der Einwohner betrug 23,928 nach der Zählung im J. 1805. An den öffentlichen Plätzen, Brunnen, Kirchen, und andern Gebäuden zeigen sich noch prächtige Ueberreste des vormaligen Glanzes von Ravenna.

Der päbstliche Legat über Romagna und ein Erzbischof hatten hier ihren Sitz. Das Erzbißthum ist beybehalten worden, und hat nach dem im J. 1803 zwischen dem Pabste und der Italienischen Republik errichteten Concordate als Suffragane erhalten, die Bischöfe von Cesena, Forli, Faenza, Rimini und Cervia.

Manufakturen finden sich hier nicht, die Gegend ist aber fruchtbar an Getreide, Wein und Oel.

Der Dichter Dante Aligheri, welcher nach der Vertreibung aus seinem Vaterlande 1321 zu Ravenna gestorben ist, liegt in einem kleinen Tempel, der offen und von der Strasse nur durch en Gitter abgesondert ist, begraben.

In der Geschichte ist die Stadt deswegen bekannt, weil die morgenländische Kaiser hier das Exarchat errichteten, so von 567 bis 752 dauerte.

Im J. 1512 fiel bey Ravenna ein blutiges Treffen zwischen den Franzosen und den mit Italienischen Truppen vereinigten Spaniern vor, in welchem die Franzosen siegten und der Cardinal Joh. von Medici, päbstl. Legat, der im folgenden Jahr unter dem Namen Leo X. Pabst wurde, in die Gefangenschaft gerieth.

Durch den Frieden von Campo Formio im J. 1797 kam die ganze Landschaft an die Cisalpinische Republik, gehört also jezt zum Königreich Italien, in welchem sie jezt das Departement des Rubicone ausmacht.

Die Stadt ist der Hauptort eines Distriks in demselben.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
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