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Rosette.Bearbeiten

Rosette, arab. Raschid, Handelsstadt, in Aegypten, am westlichen Arme des Nils, gegen Alexandria zu, kaum 2. deutsche Meilen von dessen Mündung. Es können aber wegen der vielen Sandbänke doch nur kleine Schiffe bis an die Stadt hinkommen. Sie ist die Niederlage der Waaren, die nach Cairo gehen, und von daher kommen. Es hält sich gewöhnlich ein französischer und englischer Consul daselbst auf.

Die Stadt hat eine halbe Stunde in der Länge, aber in der Breite nur drey bis vier Strassen. Die Bevölkerung schäzt man nur noch auf 12 bis 15,000 Seelen, der Handel ist wichtig, theils wegen des Getreides, Reises, Hanf und Flachs, welcher auch hier zur Leinwand verwebt wird, theils wegen der Zufuhr vom Auslande her; indem der größte Theil der Güter hier umgeladen und durch die zahlreichen Schiffe dieser Stadt in das innere Land verführt wird.

Der westliche Arm des Nils hat von dieser Stadt seinen Namen.

Auch Baumwollen- und Seidenzeuche, Salmiak, Leinöl und Sensamöl, werden hier verfertigt und ausgeführt.


Rosette..Bearbeiten

Rosette (Raschied), eine Stadt in Aegypten, mit einem Hafen nahe an den Nilmündungen.

Bei den Alten hieß sie Metelis, vielleicht auch Canopus, obgleich man das heutige Abukir, ein mittelmäßiges Dorf, meist für jenes alte und prächtige Canopus hält.

Rosette hat 40,000 Einwohner, viele griechische und koptische Kirchen und sehr bedeutende Linonmanufacturen.

Es ist der Stapelplatz zwischen Cairo und Alexandrien; denn alle Waaren, welche den Nil aufwärts gehen, müssen hierher gebracht werden.

Die Stadt hat, sowohl durch die schöne Gegend, in welcher sie liegt, als auch durch ihre vielen Gärten und geschmackvoll gebauten Häuser, ein sehr heiteres Ansehen. Vorzüglich anziehend ist der Marktplatz, auf dem meistens Künstler wohnen, welche ihre Häuser nicht nur schön erbaut und durch Kunstwerke verziert haben, sondern auch in ihren offnen Läden dem Auge manchen neuen und herrlichen Genuß bieten.

Die Lebensbedürfnisse sind hier sehr wohlfeil und im Ueberfluß zu haben; nur das Wasser ist selten und in den Sommermonaten müssen sich die Einwohner allein mit Cisternenwasser begnügen.

Zu den Merkwürdigkeiten der Gegend gehört eine Ziegenart, welche so lange Ohren hat, daß sie dieselben auf der Erde schleppt, obschon von ihrer Wurzel sie noch drei Zoll in die Höhe gerichtet stehen.

Historisch merkwürdig ist Rosette besonders in der neuern Zeit durch die Landung der Franzosen geworden.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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