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Südpreußen, ein ehemals zu Großpolen gehöriges, und im J. 1793 davon abgerissenes, und dann zur Krone Preußen gehöriges Land.

Seine Gränzen waren: nach Morgen die Weichsel, mit Ausnahme eines kleinen Districts auf der rechten Seite derselben, bis an den Bug Warschau gegenüber, nach Abend Schlesien und die Neumark, nach Mittag Westgallizien, bis an den Fluß Pilica, und nach Mitternacht die Neumark nebst dem Netzdistrict. Der Flächenraum dieses Districts betrug 958 Quadratmeilen. An Flüssen hatte das Land: die Weichsel, Wartha, Bzurra, Prosna und Obra; außerdem mehrere Seen.

Die Bevölkerung von 1803 schätzte man zu 1,387,800 Seelen. Der größte Theil der Bewohner dieses Districts sind Polen, obschon es hier auch eine Menge Deutsche und Juden gibt. Die ersteren sind meistens Catholiken, die Deutschen größtentheils Protestanten. Im Departement von Warschau gibt es vorzüglich viele Griechen.

Das Land ist sehr gesegnet, und eines bessern Anbaus fähig; aber noch sind viele Brüche und Sümpfe. Im Ganzen nimmt man, wiewohl offenbar nach einem zu geringen Anschlage, das sechste Korn als Fruchtertrag an. Die Producte bestehen in Waizen, Roggen, Gerste, Hafer, Erbsen, Linsen, Wicken, Hirse, Buchwaizen, allen Arten von Gartengewächsen, Obst, Vieh, Wolle, Flachs, Holz u. s. w. Die hiesigen Pferde haben nicht die Güte der in den übrigen südlicher gelegenen Provinzen von Polen. Der Ackerbau wird meist mit Ochsen betrieben. Die Schafzucht ist nur gegen Schlesien hin bedeutend, und die Wolle wird im Lande verarbeitet. Ueberhaupt sind Wollen- und Leinweber die einzigen Fabrikanten im Lande, und die erstern liefern viele grobe und Mitteltücher.

Ganz Südpreußen wurde früher in die Departements Posen, Kalisch und Warschau geschieden. Durch den tilsiter Frieden kam es zum Herzogthum Warschau. Nach Beendigung des Befreiungskriegs kehrte ein Theil unter dem Namen "Herzogthum Posen" wieder an Preußen zurück, das übrige steht beim Königreich Polen unter russischer Herrschaft.

Quellen und LiteraturBearbeiten

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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