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Schlacht bey Arcole.Bearbeiten

SectieArcole1796

Plan von das Treffen bei Colognuola und Arcole 12. November 1796.

Der fünfzehnte November 1796.

Nach der Schlacht bey Caldero besetzten die Oesterreicher unter anderm auch das Dorf Arcole, das mitten in Kanälen und Morästen liegt und zu dem man nicht gelangen konnte, als wenn man entweder auf einem einzigen dahin führenden Damm oder Brücke vorrückte, oder wenn man es umgieng, indem man eine beträchtliche Strecke unterhalb Ronco über die Etsch setzte. Bonaparte beschloß, es koste was es wolle, sich der Brücke zu bemächtigen, aber die Oesterreicher empfiengen seine Truppen mit einem so schrecklichen Feuer, daß an kein Vorrücken zu denken war. Da Jedermann seinen unvermeidlichen Tod beynahe vor sich sah, so wollten die Soldaten nicht mehr gehorchen und die Generäle mußten sich an die Spitze stellen, um durch ihr Beyspiel den gesunkenen Muth wieder zu beleben. Fast alle wurden verwundet und mußten aus dem Gefecht gebracht werden. Augerau ergrief eine Fahne und stellte sich an die Brücke, aber es schien nicht, daß jemand ihm nachfolgen wolle. Jetzt erschien Bonaparte selbst und rief: "Seyd ihr noch die Sieger von Lodi?" Sogleich wird der Enthusiasmus der Soldaten wieder rege. Kaum bemerkt es Bonaparte, so springt er vom Pferd, nimmt eine Fahne in die Hand, drängt sich an die Spitze der Grenadier, rennt auf die Brücke los und ruft: "Folgt euerm General!" Kaum geht die Kolonne ein wenig vorwärts, so stürzt ein so ungeheurer Kartätschen- und Kugeln-Hagel auf sie, daß sie zurückbebt. Bonaparte selbst, der sich indeß wieder auf Pferd geschwungen hatte, stürzte mir demselben in einen Sumpf, aus dem er sich unter dem Feuer der Oesterreicher nur mit Mühe empor arbeitet. Mehrere Generale wurden verwundet und der Adjutant Muiron an Bonaparte's Seite erschossen. So dauert es den ganzen Tag, bis erst am Abend der General Guieux mit 2000 Mann unterhalb Ronco über die Etsch setzte und sich des Dorfes Arcole, das er im Rücken angrief, bemächtigte.

In der Nacht räumten die Franzosen das Dorf wieder; denn sie mußten fürchten von Alvinzy's ganzer Armee angegriffen zu werden, wie sich denn auch wirklich am 16ten November mit Tagesanbruch die Schlacht wieder erneuerte.


Treffen bey Arcole.Bearbeiten

Den 17. November 1796.


Das Heer, welches Mantua entsetzen sollte, stand unter dem Commando des Feldzeugmeisters Allvincy. Er ließ von Tyrol her nur eine Diversion machen, und rückte mit der Hauptarmee auf Verona vor. Buonaparte ging mit den Truppen, die er nicht zur Einschließung von Mantua unumgänglich zurücklassen mußte, dem General Allvinzy entgegen. Bey Arcole, das die Oesterreicher besetzt hatten, wurde die französische Avantgarde einen ganzen Tag aufgehalten. Vergebens stellten sich mehrere Generale, und unter diesen Augereau, an die Spitze, um eine kleine Brücke zu forciren. Vier von ihnen wurden verwundet; selbst die Gegenwart des Oberfeldherrn, Buonaparte, der sich der größten Gefahr aussetzte, vermochte nicht, dieß Hinderniß zu überwinden. Am folgenden Tage erbaute man mehrere Brücken; und nun kam es zu dem berühmten Treffen bey Arcole. Es war äußerst hartnäckig und blutig. Die Franzosen fochten mit unglaublichem Muth, aber umsonst war alle ihre Kühnheit. Sie konnten den österreichischen Batterien nicht widerstehen. Endlich kam der General Guieux den Oesterreichern im Rücken heran. Nun erst, mit Einbruch der Nacht, entschied sich die fürchterliche Schlacht zum Vortheil der Franzosen. Allvinzy mußte sich über Bassano zurück ziehen.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Neues historisches Handbuch auf alle Tage im Jahr mit besonderer Rücksicht auf die Ereignisse der neuesten Zeiten von Wagenseil Königl. baier. Kreißrath. Augsburg und Leipzig in der Jenisch und Stageschen Buchhandlung.
  • Denkwürdigkeiten aus der Geschichte der österreichischen Monarchie. Auf jedem Tag des Jahrs gesammelt. Von G. A. Griesinger. Wien. Bey J. V. Degen, Buchdrucker und Buchhändler. 1804.
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