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Schlacht bey Bassano.Bearbeiten

Den 9. September 1796.


Mantua war seit dem 24. August zum zweyten Mahle blockirt, und Wurmser wollte es entsetzen. Buonaparte, der bereits Trient besetzt hatte, wandte sich plötzlich seitwärts, durcheilte die Feldschluchten der Brenta, und drückte bey Bassano den linken Flügel der Oesterreicher zurück. Wurmser, von seiner Hauptarmee und von Tyrol abgeschnitten, wagte es gleichwohl, sich gegen Mantua die Bahn zu brechen. Buonaparte eilte ihm nach, und suchte ihn zu umzingeln; aber Wurmser schlug sich am 11. und 12. September durch, und es gelang ihm, sich nach mehreren blutigen Gefechten, mit einem nicht sehr starken Corps in Mantua zu werfen. Die Kühnheit des deutschen Feldherrn brachte den französischen General aus der Fassung, und ließ ihn Maßregeln ergreifen, die den Umständen nicht angemessen waren. Die Franzosen waren nun genöthigt, Mantua durch ein viel stärkeres Corps beobachten zu lassen. Die Besatzung aber, die sich nach Wurmsers Ankunft in dieser Festung bestand, war in dem unglücklichen Verhältniß, daß sie zu schwach war, um sich außerhalb ihrer Mauern halten zu können, und auf der andern Seite viel stärker, als es die Vertheidigung der Stadt erforderte.


Schlacht bey Solagna und Bassano zwischen den Franzosen und Oesterreichern.Bearbeiten

Der achte September 1796.

Bonaparte entwarf den Plan den General Wurmser in Bassano anzugreifen, ihn aus seiner vortheilhaften Stellung zu vertreiben und ganz von Deutschland abzuschneiden. Er setzte sich gegen die Brenta in Bewegung und zwar durch die unwirthbarsten Gebürge und auf Wegen, die selbst die Einwohner der dortigen Gegend bis jetzt für unzugänglich gehalten hatten. In weniger als zwey Tagen machten seine ermüdeten Truppen mehr als 20 französische Meilen. Die Oesterreicher, die sich ihnen in den engen Pässen widersetzten, wurden geworfen und schon am 7ten September in den Schluchten der Brenta gegen dreytausend Mann gefangen. Am heutigen Tag führte Bonaparte die Truppen nach Solagna, wo ihnen die von Wurmser zur Vertheidigung des Postens hingestellten Deutschen herzhaft die Stirne boten. Augereau und Massena rückten vorwärts und Mittags um 12 Uhr war das Gefecht allgemein. Die Oesterreicher vertrauten auf ihre vortheilhafte Stellung und hielten sich lange in derselben, allein da die Franzosen immer hitziger wurden und ihnen den Rückzug nach Bassano abzuschneiden drohten, da zogen sie sich in diese Stadt eilends zurück. Die Franzosen folgten ihnen lebhaft. Augereau drang von der linken Seite in Bassano ein und Massena, der einen Theil seiner Soldaten in vollem Rennen hinter dem Feind herschickte, unterstützte ihn von der rechten mit dem Ueberrest in geschlossenen Gliedern. Man warf sich wüthend auf die Kanonen, welche die Brücke über die Brenta vertheidigen sollten und trieb einige Bataillone deutscher Grenadiere aus den Strassen, die sich unerschrocken in denselben vertheidigten. Wurmser räumte Bassano und Bonaparte folgte ihm, welcher am 9ten Abends bereits in Vicenza einrückte.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Denkwürdigkeiten aus der Geschichte der österreichischen Monarchie. Auf jedem Tag des Jahrs gesammelt. Von G. A. Griesinger. Wien. Bey J. V. Degen, Buchdrucker und Buchhändler. 1804.
  • Neues historisches Handbuch auf alle Tage im Jahr mit besonderer Rücksicht auf die Ereignisse der neuesten Zeiten von Wagenseil Königl. baier. Kreißrath. Augsburg und Leipzig in der Jenisch und Stageschen Buchhandlung.
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