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Suwarow erstürmt Praga.Bearbeiten

Der 4. November 1794.

"Hurrah, Praga, Suwarow!" lautete der kurze Bericht des lakonischen General-Lieutenants und Commandirenden dieses schrecklichen Angriffs an seine Kaiserin. "Bravo! Herr General-Feldmarschall" lautete die eben so kurze Antwort, die ihm Lob und Lohn brachte.

Am 4. November um 5 Uhr früh stürzten die Russen unter Suwarows Oberbefehl von Derfelden, Potemkin und Fersen geführt mit schrecklichem Hurrahruf in sieben Abtheilungen stürmend auf Praga hin. 30,000 Polen unter Zajonczek waren theils in-, theils vor der Stadt in einem befestigten Lager, wohl einer förmlichen Belagerung, aber keines so überraschenden Sturms gewärtig. Sie fochten mit der Wuth der Verzweiflung; allein ihrem ungeregelten Muthe fehlte in der Verwirrung unerwarteten Angriffs planmässige Anführung, darum unterlegen sie nach einem vierstündigen mörderischen Blutbad. Um 9 Uhr deckten 13,000 Leichen der Vertheidiger die Wälle, Plätze und Gässen der eroberten Stadt; 2000 Polen verschlang die Weichsel, beinahe 15,000 waren gefangen. Kaum 800 Mann retteten sich nach Warschau. Die Russen fochten hier erbittert als Rächer ihrer unter Igelström im Uiberfall zu Warschau (im April) erschlagenen Brüder. Vier der vorzüglichsten polnischen Generäle fielen hier im Kampfe. Drey mit 30 Stabs- und 413 Oberoffizieren waren gefangen. Im Gedränge des Würgens und Plünderns wurden auch viele wehrlose Landleute mit gemordet. Die Russen hatten nach wahrscheinlichen Angaben beiläufig 3000 Todte und Verwundete. Mehr als 100 Feuerschlünde fielen in dem eroberten Praga in ihre Hände.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Historischer Militair-Almanach des 16. 17. 18. und 19. Jahrhunderts. Mit besonderer Hinsicht auf das letztere, und den oesterreichischen Kaiserstaat. Mit 15 Portraits, für Freunde der neueren und neuesten Kriegsgeschichte von Johann Ritter von Rittersberg. Prag bei C. W. Enders 1825.
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