Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Vimeiro.[]

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Vimeiro [Wimero] nördlich von Lissabon zwischen Peniche und Torres Vedras: 14'000 Britten unter Wellington schlagen 13'000 Franzosen unter Jünot [xxx], den 21. August 1808. Die Franzosen greifen die Mitte der feindlichen Stellung, dann den L. Fl. bei Lourinha heftig an, und werden mit einem Verluste von 3000 T. V. G. zurückgeworfen. Die Britten haben 1000 T. V.


Battle of Vimeira August 21th. 1808.



Wellesley's Bericht an Sir H. Burrard.[]

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Vimiera, am 21. Aug.

Sir! Ich habe die Ehre, Ihnen zu melden, daß der Feind heute früh uns in unserer Stellung zu Vimiera angriff. Das Dorf Vimiera liegt in einem Thale, durch welches der Fluß Maceira fließt; im Rücken und west- und nordwärts dieses Dorfs ist ein Berg, dessen westliche Spitze die See berührt, und die östliche wird durch einen tiefen Graben von den Höhen getrennt, über welche die Straße geht, welche von Lourinha und nordwärts nach Vimiera führt. Der größere Theil des Fußvolks, die 1, 2, 3, 4, 5. und 8. Brigade standen mit 8 Stücken Geschütz auf diesem Berge; Hill's Brigade rechts, Ferguson's Brigade links, ein Bataillon auf den Höhen, welche vom Berge getrennt sind. An der östlichen und südlichen Seite der Stadt ist ein Hügel, der, besonders rechts, von dem Berge westwärts der Stadt bestrichen wird und den Boden hierum süd- und östwärts bestreicht, auf welchem Fane's Brigade, mit seinen Scharfschützen und dem 50. Regiment, General Anstruther mit seiner Brigade, mit einer halben Brigade Sechspfünder, und einer halben Brigade Neunpfünder stand, welche in der vorigen Nacht dahin befehligt waren. Der Boden, über welchen die Straße nach Lourinha geht, bestrich die linke Seite dieser Höhe, und war nur mit einem Piquet besetzt worden, da das Lager nur auf eine Nacht berechnet, und kein Wasser in der Nähe der Höhe war. Die Reiterei und der Geschütznachhalt waren im Thale, zwischen den Hügeln, worauf das Fußvolk stand, beide Fane's Vorhut zur Seite und sie unterstützend.

Erst 8 Uhr ließ sich der Feind in großen Reiterhaufen zu unserer linken auf den Höhen der Straße nach Lourinha sehen, und es ergab sich bald, daß der Angriff auf unsere Vorhut und die linke Seite unsrer Stellung gethan werden würde; mithin rückte Ferguson's Brigade sogleich mit 3 Kanonen, über den Graben nach den Höhen auf die Straße von Lourinha; ihr folgte allmählich Nightingale mit seiner Brigade und 3 Kanonen, Ackland und Bowes mit ihren Brigaden. Diese Schaaren wurden (Ferguson in der ersten, Nightingale in der zweiten Linie, Bowes und Ackland in Heersäulen in der Nachhut) auf den Höhen gestellt, mit dem rechten Flügel an das Thal gelehnt, welches nach Vimiera führt, dem linken auf den andern Graben, welcher jene Höhen von der Reihe scheidet, die beim Landungsplatze am Maceira endet. Auf diese letzterwähnten Höhen wurden die portugiesischen Schaaren, die bei Vimiera am Fuß gestanden waren, zuerst gestellt, und von Crawfords Brigade unterstützt.

Die Schaaren der Vorhut auf der Höhe süd- und ostwärts der Stadt schienen zu ihrer Vertheidigung hinlänglich und Hill rückte nach dem Mittelpuncte des Berges, worauf der große Fußvolkhaufen stand, als Unterstützung dieser Schaaren und Nachhalt des ganzen Heers. Außer diesem hatten die Schaaren auch noch die Reiterei in der Nachhut des rechten Flügels.

Der feindliche Angriff begann in mehrern Heersäulen auf die gesammten Schaaren auf dieser Höhe; auf dem linken Flügel rückte er trotz dem Feuer der Scharfschützen dicht an das 50. Regiment an und wurde mit Bajonnetten angegriffen und zurückgewiesen. Das 2. Bataillon vom 43. Regiment ward ebenfalls auf der Straße nach Vimiera mit ihm handgemein, indem ein Theil dieses Harstes auf dem Kirchhof befehligt war, um sein Eindringen in die Stadt zu verhüten. Rechts der Stellung ward er von den Bajonnets des 97. Regiments zurückgewiesen, welcher Harst allmählich vom 2. Bataillon vom 52. Regiment unterstützt ward, das in Heersäulen anrückend dem Feind in die Seite kam.

Außer diesem dem feindlichen Angriff auf unsere Vorhut geleisteten Widerstand ward er auch in der Seite von Acklands Brigade, im Vorrücken nach seiner Stellung auf den Höhen zur linken angegriffen und auf die Seite der feindlichen Heersäulen unterhielt das Geschütz auf diesen Höhen eine Kanonade.

Endlich nach einem höchst verzweifelten Kampfe ward der Feind in Verwirrung mit Verlust von 7 Kanonen, vielen gefangenen und einer Menge verwundeter und getödteter Officiere und Gemeinen zurückgeschlagen. Der Sendhaufen des 20. leichten Dragonerregiments setzte ihm nach; aber des Feindes Reiterei war so weit überlegen, daß dieser Sendhaufen viel litt und Obristlieutenant Taylor fiel.

Fast um dieselbe Zeit begann des Feindes Angriff auf den Höhen, auf der Straße nach Lourinha. Dieser Angriff ward von einem starken Reiterhaufen unterstützt, und war ungestüm, wie die Franzosen pflegen. Fergusons Brigade, bestehend aus dem 36, 40. und 71. Regiment nahm ihn fest auf, und sobald der Feind nahe kam, fielen ihn diese Schaaren an, er wich, und sie rückten immer auf ihn ein, unterstützt vom 82. Regiment, einem Harst aus Nightingale's Brigade, welche, da der Boden sich ausdehnte, nachher einen Theil der ersten Linie ausmachte, vom 29. Regiment und Bowe's und Acklands Brigaden, indeß Crawford's Brigaden und die portugiesischen Schaaren in zwei Linien längs den Höhen links anrückten. Bei Fergusons Vorrücken wurden 7 Kanonen genommen, viel gefangen und eine Menge getödtet und verwundet.

Nachher versuchte der Feind einen Theil seines Geschützes wieder zu bekommen und griff deshalb das 71. und 82. Regiment an, welches in einem Thale hielt, in welchem es genommen war. Diese Regimenter zogen sich aus den tiefen Thalgründen auf die Höhen, wo sie hielten, sich umdrehten, feuerten und auf den Feind anrückten, der unterdessen auf dem tiefen Grunde angekommen war, und sich mit großem Verlust zurückziehen mußte.

In dieser Schlacht, wo die ganze in Portugal befindliche Macht unter des Herzogs von Abrantes persönlichen Anführung im Gefecht war, wo der Feind gewiß an Reiterei und Geschütz überlegen, und nur das halbe brittische Heer in wirklichem Kampfe war, hat er eine ausgezeichnete Niederlage erlitten, dreizehn Kanonen, 23 Wagen mit Pulver, Kugeln, Gezeug aller Art und 20,000 Patronen für Flinten verloren.

Die Tapferkeit und Kriegszucht der Schaaren Sr. Maj. sind, wie Sie, der größtentheils Augenzeuge der Schlacht war, bemerkt haben müssen, bei dieser Gelegenheit sehr hervorgetreten; aber es ist nur Gerechtigkeit gegen die folgenden Harste, Sie besonders aufmerksam auf sie zu machen, nämlich die königl. Artillerie unter Generallieutenant Robe, das 20. Dragonerregiment unter Obristlieutenant Taylor, das 50. Regiment unter Obrist Walker, das 2. Bataillon, 25. Regiment Fußvolk unter Major Travers, das 3. Bataillon vom 60. Regiment unter Major Davy, das 2. Bataillon vom 43. unter Major Hull, das 2. Bataillon vom 52. unter Obristlieut. Ross, das 97. Regiment unter Obristlieutenant Lyon, das 36. unter Obrist Burne, das 40. unter Obrist Kernmis, das 71. unter Obristlieutenant Pack und das 82. unter Major Eyre.

Indem ich Obrist Burne's und des 36. Regiments erwähne, kann ich nicht umhin beizufügen, daß das regelmäßige und ordentliche Verhalten dieses Harstes im Dienste, und seine Tapferkeit und Kriegszucht in der Schlacht ausnehmend war.

Auch muß ich den Generalen und Stabsofficieren des Heers danken, besonders Spencers Urtheilskraft und Erfahrung bei dem Entschluß, den ich rücksichtlich auf die jedem Vertheidigungspunct zugetheilten Schaaren faßte, und seinem Beistand in der Schlacht. In der von Fergusons Brigade eingenommenen Stellung und dem Anrücken auf den Feind zeigte dieser Officier ebenfalls Tapferkeit und Ueberlegung, und viel Lob gebührt Fane, und Anstruther für die tapfere Vertheidigung ihrer Stellungen vor Vimiera, und Nightingale für die Art, wie er den Angriff auf den Feind unterstützte, den Ferguson that.

Obristlieutenant Tucker, und Bathurtst, und die Officiere in dem Departements des Adjutanten und Generalquartiermeisters und Obristlieutenant Torrens, und die Officiere von meinem Stabe leisteten mir in der Schlacht den größten beistand. Ich habe xc.

Arth. Wellesley.


Zeitungsnachrichten.[]

[1808]

Dänemark. [3]

Kopenhagen den 9. Sept. Gothenburger Nachrichten sprechen, auf den Glauben von Englischen Journalen, von 2 Treffen, welche in Portugal am 17. Aug. bey Zambuesca zwischen dem Marquis Wellesley und der Französischen Avantgarde unter General Laborde, und am 21. bey Veneira zwischen Wellesley und dem Französischen Hauptkorps unter dem Herzog von Abrantes (Gen. Junot) selbst vorgefallen seyn sollen.


Portugall. [4]

London, den 13. Sept. Wir erhielten, sagt the Times, aus Portugal die Nachricht von drey neuen Treffen zwischen unserer und der Französischen Armee am 16., 17. und 21. August, in denen wir mehrere Stabsoffiziere und 400 Todte und 600 Verwundete verloren. Am 17. hatten wir unser Hauptquartier zu Villaverde. Nach dem Rückzug eines halben Tagmarsches wurden wir am 21. in unserer Posizion von Vineira angegriffen, das 20. Dragonerregiment und Spencer's Korps, die Oberstlieutenants Lake und Taylor fielen, und ihr Korps litten sehr. Wir haben fast keine Kavallerie, die Franzosen dagegen eine zahlreiche. 3 bis 500 Gefangene machten die Franzosen. Nach der Schlacht vom 21. zogen wir unsere Macht an den Ufern des Meeres bey Maceira zusammen. Die Franzosen blieben in ihrer Stellung, wo sie sich zu verstärken schienen. Die 15 Kanonen, die wir auf unserm Marsche eroberten, sind eisene, welche die Französischen Vorposten aus den Schlössern in den Gebirgspässen weggeführt hatten. Die Französische Kavallerie ist furchtbar. Unsere Infanterie soll aber nach Moore's Ankunft zahlreicher als die Französische seyn. Wenn es wahr ist, daß der Herzog von Abrantes die Befestigungen von St. Julien in ein verschanztes Lager mit 500 Kanonen besetzt verwandelte, so würde ihn, wenn es uns auch gelänge ihn in seiner jetzigen Stellung, welche Lissabon deckt, zu überwältigen, nichts hindern, sich in sein Lager, das auf 6 Monate verproviantirt ist, zurückzuziehen. Die Franzosen würden also Zeit haben, und von Douro her zu umgehen. Nach Cork wurde am 5. der Befehl gesendet, daß Sir David Baird sogleich unter Segel gehen soll. Die Truppen müssen ihre Bagage zurücklassen.


Quellen.[]

  1. Lehrbuch der Militär-Geographie von Europa, eine Grundlage bei dem Unterricht in deutschen Kriegsschulen, von A. G. Hahnzog, Divisionsprediger und Lehrer an der Kriegsschule in Magdeburg. Magdeburg, bei Ferdinand Rubach 1823.
  2. Arthur, Herzog von Wellington. Sein Leben als Feldherr und Staatsmann. Nach englischen Quellen, vorzüglich nach Elliot und Clarke, bearbeitet und bis zum Sept. 1816 fortgesetzt. Leipzig und Altenburg: F. A. Brockhaus. 1817.
  3. Wiener-Zeitung. Nro 80. Mittwoch, den 5. Oktober 1808.
  4. Wiener-Zeitung. Nro 81. Sonnabend, den 8. Oktober 1808.
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