Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Schlesswig, Hauptstadt im Herzogthum dieses Namens, liegt in einer anmuthigen Gegend an der Schley. Sie besteht aus der Altstadt, dem Lollfus und Friedrichsberg, hat 1200 Häuser, 6518 bürgerliche Einwohner nach der Zählung im J. 1803, das Militär betrug 1343 und die Fremden 356 Seelen. Die Häuser sind meist gut gebaut, vorzüglich zeichnet sich das Rathhaus aus. In dem Dom oder der St. Peterskirche besieht man vornehmlich den künstlichen Altar, die fürstliche Gruft und übrigen Monumente. Dabey ist auch eine gute latein. Schule. Unter den milden Stiftungen zeichnen sich das Graue Kloster, das Waisenhaus und Arbeitshaus vor den übrigen aus. Auf dem Holm, zu welchem man vermittelst der Schiffbrücke gelangt, befindet sich das adeliche Johanneskloster mit einer Priorin und 9 Fräulein. Diese Stadt ist der Sitz des Statthalters der Herzogthümer Schleßwig und Holstein, der höchsten Landesgerichte, des Generalsuperintendenten und des General-Kriegscommissairs. Die Schiffahrt ist ziemlich lebhaft, da man die versandete Schleymündung durch einen Kanal fahrbar gemacht hat; und die Zuckersiederey, Strumpfweberey und Fayence-Fabrik haben guten Absatz. Zur Garnison liegen hier zwey Escadrons Reiter und ein Regiment Infanterie. Nahe an der Stadt liegt das berühmte Schloß Gottorp. Die Lebensart zu Schleßwig rühmt man als angenehm und gesellschaftlich.


Quellen und Literatur.[]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
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