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Ebendaselbst, den 19ten Germinal d. J. 4. (d. 8. April 1796.)

An das Vollziehungs-Directorium.

Sie finden anliegend das Schreiben, welches der General Colli, Befehlshaber der Armee des Königs von Sardinien, an mich erlassen hat, nebst der von mir darauf ertheilten Antwort; ich hoffe, daß sie Ihren Absichten gemäß seyn wird. Das Schatzamt schickt uns oft Wechselbriefe, welche protestirt werden; dieß war kürzlich der Fall mit einem auf Cadix lautenden Wechsel von 162,800 Franken, wodurch unsere Verlegenheit vermehrt wird.

Ich habe diese Armee nicht nur entblößt von Allem, sondern ohne Mannszucht und in einem Zustande fortwährender Insubordination vorgefunden. Das Mißvergnügen war so groß, daß Uebelgesinnte sich solches zu Nutze gemacht hatten. Man hatte eine Compagnie des Dauphins errichtet und sang contrerevolutionaire Lieder. Ich habe zwei Officiere, die angeklagt waren, dem Könige ein Lebehoch gerufen zu haben, vor ein Kriegsgericht stellen lassen. Ich vermuthe, daß die Sendung des Bürgers Moulin auf Ränke dieser Art Bezug hatte, deren Spuren ich beharrlich nachforsche. Verlassen Sie sich darauf, daß Ruhe und Ordnung zurückkehren werden; Alles setzt sich hier in Bereitschaft. Ich habe so eben die wichtige Stellung von . . . . besetzen lassen.

Wenn Sie dieß Schreiben lesen, werden wir uns schon geschlagen haben. Das Schatzamt hat uns nicht Wort gehalten; anstatt 500,000 Franken hat es nur 300,000 geschickt, und von einer Summe von 600,000 Franken, die man uns ankündigte, haben wir nichts weiter vernommen; aber dem Allen ungeachtet rücken wir vor.

Bonaparte.


Quellen.Bearbeiten

  1. Ungedruckte amtliche und vertrauliche Correspondenz Napoleon Bonaparte's mit fremden Höfen, Fürsten, Ministern, französische und auswärtigen Generalen in Italien, Deutschland und Aegypten. Erster Band. Italien. Leipzig, 1819. J. C. Hinrichssche Buchhandlung.
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