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Bericht über die Operationen der Südarmee in Spanien, während dem Monat May 1812.Bearbeiten

Folgendes ist der Auszug des historischen Berichts über die Operationen der Südarmee in Spanien, während dem Monat May 1812, von dem Divisionsgeneral Gazan, Chef des Generalstabs der Südarmee, an den Kriegsminister, Herrn Herzog von Feltre.

Sevilla, den 25sten Juny. [1]

"Seit der von dem General Sir Stapleton Cotton am verflossenen 11ten April gegen Usagre vorgenommenen Rekognoscirung hatten die in Estremadura unter den Befehlen des Generals Hill zurückgebliebenen englischen Divisionen keine Bewegung gemacht; allein da ihn in den ersten Tagen des Monats April der Generallieutenant Graham mit zwey andern Infanteriedivisionen und einer Kavalleriebrigade verstärkt hatte, so brach der Generallieutenant Hill am 13ten von Almendralejo auf, um mit einem Theile seines ehemaligen Korps in der Richtung von Almaras gegen den Tajo vorzurücken. Der Herr Herzog von Dalmatien, Oberbefehlshaber der Südarmee, wurde von dieser Bewegung unterrichtet, und gab auf der Stelle dem General Graf Erlon, dessen Truppen in den Dörfern der Serena zerstreut lagen, Befehl, wegen leichterm Lebensunterhalt sie zu Kastuera zu versammeln, und dem General Hill in die Rücken zu kommen, um ihn zur Rückkehr zu zwingen, oder ihn in Gefahr zu setzen, wenn er auf Fortsetzung der angefangenen Bewegungen beharrte. Der Obergeneral versammelte zu gleicher Zeit in der Provinz Kordova ein anderes Truppenkorps, um nöthigenfalls den Grafen Erlon zu unterstützen; allein auf die ersten Bewegungen, welche dieser General auf den linken Flügel des Feindes machte, und bey Erscheinung der Kavallerie zu Ribera und D. Benito, wo alle feindliche Vorposten geworfen und vertrieben wurden, hielt General Hill mit seiner Bewegung inne, und zog sich nach Merida zurück, indem er die gegen das Fort Miravete unternommene Operation aufgab. Nachdem die Diversion, welche der Obergeneral zu Gunsten der Armee von Portugal zu machen Willens war, vollkommen gelang, verlegte General Hill sein Hauptquartier nach Almendralejo; seine Truppen nahmen ihre alten Stellungen wieder ein, und die Verstärkungen, die ihm von dem General Graham zugesandt wurden, zogen sich nach Port-Alegro zurück; am 30sten May war ihre Bewegung geendigt. Der Obergeneral ließ alle Truppen, die er versammelt hatte, um sich den Operationen des Generals Hill widersetzen, in ihre Quartiere zurückkehren, und der Graf Erlon verlegte am 27sten May sein Hauptquartier nach Fuente-Ovejuna, um desto besser im Stande zu seyn, die Bewegungen der Feinde in Estremadura zu beobachten, und sich mit mehr Erfolg den Operationen zu widersetzen, welche sie gegen Andalusien unternehmen zu wollen schienen; seine Vorposten blieben zu Don Benito an der Guadiana, wo sie häufig mit dem linken Flügel der Armee von Portugal zu Maguilla, Valencia, de las Torres xc. in Verbindung standen. Die Nothwendigkeit, Kontributionen einzutreiben, die Kommunikationen wieder herzustellen und die Räuberbanden zu zerstreuen, welche seit einiger Zeit wieder kühner geworden waren, erforderte zu Anfang dieses Monats die Absendung mehrerer starken Kolonnen, um einen Theil von Andalusien und der benachbarten Länder zu durchstreifen. Der Divisionsgeneral Barrois hatte sich in dieser Absicht mit 3 Regimentern in die Grafschaft Niebla begeben, und dem zum Generalstabe gehörigen Kapitän Porcher den Auftrag gemacht, die Kontributionen von Kastaja und Delepe einzutreiben; am 10ten erfuhr er, es hätte sich eine feindliche Abtheilung, 400 Mann Infanterie und 100 Pferde stark, von dem Insurgenten Bans angeführt, zu Villa-Nueva de los Kastillos eingefunden, und ging sogleich auf die los; allein der Anführer hielt es nicht für gut, unsere Leute zu erwarten, sondern zog sich nach Paymojo zurück. Nach seinem Einzuge in Gibralcon erfuhr Kapitän Porcher am 13ten, daß Bans, durch seinen Rückzug kühn gemacht, neuerdings zu Kastellejos Posten gefaßt habe. Er gab sogleich dem General Barrois hiervon Nachricht, welcher ihn mit neuen Truppen verstärkte, und Befehl gab, sogleich von Gibralcon aufzubrechen, und jene feindliche Abtheilung zu überfallen. Kapitän Porcher marschirte unverzüglich auf St. Bartolome de la Torres los, und verließ dasselbe um 1 Uhr des Nachts, am 14ten, um sich nach Villaumera de los Kastillejos zu begeben. Eine Viertelstunde vor dem Dorfe stieß er auf die vom Feinde ausgestellten Wachen, ließ sie von den bey sich gehabten Dragonern, welche der Lieutenant Deschenet kommandirte, angreifen, und seine Infanterie eine solche Richtung nehmen, daß sie den auf einer Anhöhe, welche das Dorf dominirt, befindlichen Feind abschnitt. Als dies der Feind merkte, zog er sich mit größter Eile in die Gegend von Paymojo zurück. Da der Kapitän Porcher sah, daß seine Infanterie niemals geschwind genug ankommen konnte, um den Feind zu erreichen, setzte er sich an die Spitze seiner Kavallerie, verfolgte ihn, und war so glücklich, ihn ungeachtet der Schwierigkeiten des Terrains einzuholen, nahm den Kommandanten F. Bans, einen Officier und 45 Mann gefangen; der Rest dieser Infanterie rettete sich über die Gebirge. 150 englische Flinten und eine gewisse Anzahl Patronen fielen in Folge dieser Affäre, welche dem Kapitän Porcher zur Ehre gereicht, und die man vorzüglich der Thätigkeit und den guten Anstalten dieser Officiers verdankt, in unserer Gewalt. Die Unerschrockenheit, mit welcher der Lieutenant Dechenet den Feind angriff, verdient, so wie die Tapferkeit des Detaschements des 4ten Dragonerregiments, welches er kommandirte, Lobeserhebungen Während der General Barrois nach der Grafschaft Niebla marschirte, brach General Digeon mit dem 28sten leichten, dem 1sten Bataillon des 88sten und dem 26sten Dragonerregiment nach Baylen, Banos und Zuiares auf, um den Schalejo, welcher diese Gegenden heimsuchte, und die Kommunikationen mit einer Bande von 5 bis 600 berittenen Leuten unterbrach, zu einem Gefechte zu zwingen, und sie zu zerstreuen. Nach Erfüllung dieses Zwecks sollte General Digeon sich nach Ubeda begeben, welches von 1500 Spaniern unter den Befehlen des Brigadier Porta besetzt war; General Digeon bewerkstelligte diese Bewegung mit solcher Pünktlichkeit, daß Schalejo die Flucht ergriff, und der Brigadier Porta sich mit solcher Eile nach Kazarla zurückzog, daß der General Digeon mit ihnen zu keinem ernsthaften Gefechte kommen konnte; er ließ die 200 Pferde starke Arriergarde bis jenseits Torrepedragil lebhaft verfolgen; der Feind verlor an Todten 2 Mann und 2 Pferde, und hatte 6 bis 7 Verwundete. General Digeon ließ Ubeda und Baza besetzen, und nachdem er die Kontributionen dieses Arrondissements eingetrieben und die Remonten beschleunigt hatte, rückte er am 15ten zu Kordova ein. Während der Zeit, als General Digeon sich an die Gränzen von Murcia begab, erhielt der Major Dalton, Kommandant des 4ten Chasseurregiments zu Pferde, im Dienste Sr. Katholischen Majestät, Befehl, die Räuberbanden aus der Gegend von Kordova zu vertreiben. Dieser Officier erhielt in der Nacht vom 12ten auf den 13ten Nachricht, daß Bolcero's und Moreno's Haufen, 80 bis 100 Mann Kavallerie und Infanterie stark, wieder zu Algaydos eingerückt sey; er schickte sich zu dessen Verfolgung an, und kam am 13ten, um 6 Uhr Morgens, einem Kortijo gegenüber, nahe bey dem Orte an, wo sie versammelt waren. Da ihre Vorposten unsere Truppen auf eine halbe Stunde weit erblickten, so konnten diese nur die am schlechtesten Berittenen einholen, wovon 7 getödtet und 4 zu Gefangenen gemacht wurden. Diese Bande wurde gänzlich zerstreut, und die Infanterie rettete sich nur dadurch, daß sie die Bergschluchten erreichte."

Fortsetzung des Berichts über die Operationen der Südarmee. [2]

Die Bürgergarden von Isnajar, welche unsere Truppen diese elenden Haufen verfolgen sahen, hatten sich am nämlichen Abende in einem Kortijo, 2 Stunden von Isnajar, versammelt, und brachen 20 an der Zahl auf, um sie zu überfallen, welches sie auch mit gutem Erfolge ausführten; sie nahmen ihnen 14 Pferde und einen Maulesel ab, tödteten einen Brigadier und verwundeten mehrere. Der Kapitän Blanco vom 4ten Chasseurregiment zu Pferde marschirte zu gleicher Zeit auf Torralbo's Bande los, welche sich mit 18 Chasseurs zu Lucena befand, erreichte sie, tödtete ihr 8 Mann und nahm ihr 6 Pferde und viele Waffen ab; kein einziger Chasseur wurde in dieser Affäre blessirt. Das Korps des Generals Freye hatte sich nach dem Gefechte zu Baza am 19ten April in größter Unordnung über Kastril und Huiskar nach Karavaka auf die Nachricht zurückgezogen, daß die kaiserl. Armee von Arragonien in Bewegung wäre; nachdem aber derselbe unterrichtet wurde, daß diese Bewegung nur eine bloße Rekognoscirung zum Zweck gehabt hatte, um eine Aufforderung zu unterstützen, welche der Herr Marschall, Herzog von Albufera, an die Festung Alikante ergehen ließ, und diese Truppen sich nach Montforte zurückzogen, so rückte der spanische General mit Macht auf Velez-Rubio los, wo er am 7ten bey 6000 Mann versammelte, worunter 1200 Mann Kavallerie mit 2 Achtpfündern und einer Haubitze; er griff am 10ten mit seiner ganzen Macht den Posten von Kullar an, der von 2 Kompagnien des 32sten und 2 Eskadrons des 12ten Dragonerregiments vertheidigt wurde. Der Eskadronschef Perrussel, welcher den Posten kommandirte, zog sich nach Baza zurück; in dieser Affäre wurden ihm 3 Mann verwundet, 4 Pferde getödtet und eben so viele blessirt; der Feind hatte einen getödteten Officier und mehrere Todte und Verwundete. Am 10ten rückte der Feind auf Baza los; General Bouillé erhielt Nachricht, daß ausser den Truppen die auf ihn anmarschirten, eine Kolonne von 2000 Mann unter den Befehlen des Grafen Montijo über Vera nach Almeria im Anzuge sey, während eine von Karthagena abgegangene Eskadre mit 2500 Mann Truppen an Bord im Angesichte des letztgenannten Hafens vor Anker gegangen wäre; er glaubte daher, sich nach Gor zurückziehen zu müssen, und berief die Garnison von Almeria zu sich. Dem zufolge sandte er dem Oberst Aymard, welcher daselbst kommandirte, Befehl zu, sich nach Guadix zu begeben. Oberst Aymard, der nur 4 Kompagnien seines Regimentes und 50 Dragoner bey sich hatte, brach in dem Augenblicke von Almeria auf, wo die Truppen der Eskadre, wovon ein Theil englische waren, ihre Landung unter dem Schutze des Feuers ihrer Batterien bewerkstelligten; er führte seine Bewegungen aus, ohne beunruhigt zu werden, und kam am 15ten Morgens zu Guadix an. Als General Bouillé Nachricht erhielt, daß General Leval, der mit einem Truppenkorps gegen die Sierra-de-Ronda marschirt war, am 17ten nach Grenada zurückkehrte, so glaubte er die Vermehrung der Streitkräfte benutzen zu müssen, welche ihm die Garnison von Almeria, so wie einige aus Grenada gekommene Dragonerabtheilungen mit einer Haubitze und 2 Vierpfündern, verschaffte, um das Lager von Bahul anzugreifen, wo sich der Feind mit vieler Thätigkeit verschanzte. General Bouillé vereinigte also am 16ten Abends alle Truppen, über welche er disponiren konnte, indem er zu Guadix nur 2 Kompagnien des 32sten Regiments zurückließ, die hinreichend waren, das Schloß einige Tage lang zu bewachen; durch diese Vereinigung war er 11 Kompagnien des 32sten, 4 Eskadronen vom 12ten und 10ten Dragonerregiment mit einer Haubitze und 2 Vierpfündern stark. Der Oberst Aymard erhielt den Auftrag, mit 5 Elitenkompagnien seines Regiments zu marschiren, um den linken Flügel des feindlichen Lagers zu umgehen, und sich der Anhöhen, an deren Fuß dasselbe aufgeschlagen war, zu bemächtigen; während General Bouille mit 6 Infanteriekompagnien, seiner Artillerie und seiner Kavallerie auf die Straße von Gor nach Bahul marschiren sollte, um die Fronte und den rechten Flügel des Feindes zu beunruhigen, und durch diese Demonstrationen den Angriff des Obersten Aymard zu erleichtern.


Fortsetzung des Berichts über die Operationen der Südarmee. [3]

(S. No. 265. dieser Zeitung.)

Am 17ten, um 2 Uhr Morgens, setzte sich General Bouillé von Gor aus in dieser Ordnung in Marsch, und traf um 3 Uhr auf halber Schußweite vom feindlichen Lager an, dessen linken Flügel der Oberst Aymard, der eine Stunde früher aufgebrochen war, schon umgangen hatte; die Avantgarde bemerkte, daß sich die Spanier zurückgezogen hatten, und von einigen Gefangenen vernahm man, daß der Feind um Mitternacht seinen Rückzug angetreten habe. General Bouillé befahl dem Oberst Aymard mit seiner Elitenkompagnie nach Baza zu marschiren; er selbst brach an der Spitze der Dragoner auf, um die feindliche Arrieregarde zu erreichen. Als man sich der Stadt Baza näherte, ließen sich einige Pelotons auf den Anhöhen sehen, welche dieselbe beherrschen; General Bouillé trieb sie lebhaft zurück, und es gelang ihm, das Hauptkorps eine Stunde vorwärts von Rio-Baza einzuholen. Die feindliche Kavallerie war in Schlachtordnung aufgestellt, der Angriff wurde sogleich befohlen, die Dragoner stürzten sich auf die feindliche Eskadronen, welche durchbrochen und in Unordnung gebracht wurden. General Bouillé verfolgte sie bis zu dem Defilé von Kullar, wo er durch das Feuer der auf der Anhöhen aufgestellten Infanterie aufgehalten wurde; bey diesem ersten Angriff wurden dem Feinde 20 Mann und 30 Pferde getödtet; man nahm einen Karabinierkapitän, 60 Kavalleristen und mehr als 80 Pferde gefangen. Uns wurden 1 Dragoner und 7 Pferde getödtet und 3 Pferde verwundet. Der Feind hatte sich aus dem Defilé zurückgezogen; der Eskadronschef Lenourrit ließ zwey Eskadronen vorrücken; General Bouillé folgte ihm mit den beyden andern. Sobald er Gewißheit hatte, daß der Oberst Aymard mit der Infanterie zu Baza angekommen war, wandte er sich nach Kullar, um den Feind von da zu vertreiben, und gab drey Voltigeurkompagnien Befehl ihm zu folgen. Als sie ihn eingeholt hatten, rückte er vor, und nahm noch einen Officier und mehrere Soldaten gefangen; der Feind hatte Kullar mit einer Arriergarde von Infanterie und Kavallerie besetzt, welche sich daselbst halten zu wollen schien und auf die Spitze der Kolonne ein sehr lebhaftes Feuer machte; als er aber unsere Infanterie vorrücken sah, während die Dragoner die Stadt umgingen, zog er sich schleunigst zurück und erreichte die benachbarten Anhöhen, von wo die Infanterie den Rückzug der Kavallerie durch die Schluchten deckte; man tödtete dem Feinde noch einige Mann, machte einige Gefangene und nahm ihm Pferde ab. Der General Bouillé rückte mit seinen Truppen über eine Stunde in der Richtung von Chirivel, Orce und Maria vor; er erfuhr, daß ein schwacher Haufen feindlicher Truppen mit Artillerie die Straße von Orce eingeschlagen hatte; und sah den Rest dieser Truppen sich über die Anhöhen gegen Maria zurückziehen, von wo aus sie Karavaka in der größten Unordnung erreichten; es stellten sich viele Deserteure ein; der größte Theil der Truppen des Generals Freyre wurde zerstreut; er konnte nach der Affäre nicht mehr als 1000 Mann Infanterie und 300 Pferde zusammenbringen. Ganze Kompagnien waren von der Hauptarmee getrennt und genöthigt in verschiedenen Richtungen isolirt zu fliehen. Durch die ausserordentliche Strapaze, welche unsre Verfolgung dem Feind verursachte, wozu sich noch der Hunger gesellte, den er seit einigen Tagen erlitt, kam eine große Anzahl um; man versichert, dieses Gefecht habe der Insurgentenarmee von Murcia 1200 Todte, Gefangene oder Verwundete und mehr als 300 Pferde gekostet; die Straße war mit Waffen, Effekten und Pferden bedeckt, letztere in so schlechtem Zustande, daß sie weder die Spanier noch die Franzosen fortbringen konnten. Diese Affäre brachte der feindlichen Kavallerie, welche der beste und unversehrteste Theil ihrer Armee war, einen entscheidenden Streich bey. General Bouillé lobt sehr die Unerschrockenheit der Dragoner, an deren Spitze er marschirte, und die Anfeuerung, welche sie von ihren Officieren erhielten, vorzüglich von dem Eskadronschef Perussel vom 12ten und dem Kapitän Lelong vom 16ten Regiment, welcher die Avantgarde kommandirte. Diese Tapfern stürzten sich zuerst in die feindlichen Glieder, mitten unter einem Kugelregen; es ist nicht das Erstemal, daß sie sich durch ihr glänzendes Betragen auszeichneten; überhaupt geht nichts über die Tapferkeit, mit welcher die Elitenkompagnie des 12ten Dragonerregiments, welche an der Spitze der Kolonne war, angegriffen hat. (Folgen Lobeserhebungen einzelner Officiere.) General Bouillé nahm nach dieser Affäre die Stellung wieder ein, welche er zwischen Kullar und Baza inne hatte, und sandte am 20sten den Oberst Aymard mit einem Bataillon des 23sten Regiments und 50 Dragonern auf Rekognoscirung gegen Almeria, dessen Festungswerke nach der Seeseite die Feinde zerstört hatten. Die feindliche Eskadre lag noch immer vor diesem Hafen vor Anker, und bestand aus dem englischen Linienschiffe, der Invincible, 2 Fregatten, 1 Brigantine, 13 bis 14 Schaluppen; sie hatte Truppen unter den Befehlen des Oberst Don Ramon Albaer an Bord. General Bouillé erhielt von dem General Leval Befehl, mit allen Truppen unter seinen Befehlen nach Grenada zu marschiren, um nöthigenfalls die Garnison dieser Stadt zu bilden, und das von den Räuberbanden, die sich seit einiger Zeit sehr vermehrt hatten, die daher täglich kühner wurden und von Neuem unsre Posten zu Padal, Alhama, Torre del Marquis und mehrere andere angegriffen hatten, beunruhigte Land im Zaume zu halten; jedoch hatten sie von allen diesen Versuchen nur die Schande, von allen Seiten ihre Plane vereitelt zu sehen. Der kleine von einem Officier und 38 Dragonern zu Fuß vertheidigte Posten von Padal wurde am 18ten, um 5 Uhr Morgens, von Munos, Simon Maestres, Juan di Bios und andern Banden angegriffen, welche sich, 500 Mann zu Fuß und 150 Pferde stark, versammelt hatten. Dieses schwache, in einem Hause, dem man von allen Seiten beykommen konnte, eingeschlossene Detaschement vertheidigte sich ungeachtet des Verlustes des Officiers, welcher dasselbe kommandirte, fortwährend aufs Unerschrockenste unter den Befehlen des Wachtmeisters Serisier, ohne weder durch die Anzahl, noch durch das lebhafteste Gewehrfeuer, noch durch die Breschen, welche der Feind schon an dem Hause angebracht hatte, und das er in Brand zu stecken versuchte, furchtsam gemacht zu werden. Als die Räuber endlich sahen, daß nichts die Standhaftigkeit dieser Tapfern erschüttern konnte, waren sie gezwungen, sich nach einem sechsstündigen Gefechte und mit Zurücklassung von 8 Todten und 30 Verwundeten schimpflicherweise zurückzuziehen. Diese Vertheidigung macht diesem Detaschement und vorzüglich dem dasselbe kommandirenden Wachtmeister die größte Ehre."


Fortsetzung des Berichts über die Operationen der Südarmee.[4]

(S. No. 271. dieser Zeitung.)

Nicht weniger Ehre macht die Vertheidigung von Alhama der, 50 Mann vom 32sten Regiment starken, Garnison dieses Postens, unter dem Kommando des Kapitäns Henry. Dieser wurde am 5ten des Morgens von 500 Mann Infanterie und Kavallerie angegriffen; er vereitelte alle ihre Anstrengungen, in die Stadt zu dringen, und ob es gleich dem Feinde gelang, eine Mauer umzustürzen, so wurde er dennoch gezwungen, seine Unternehmung aufzugeben, und sich, nachdem ihm 10 Mann und 4 Pferde getödtet waren, zurückzuziehen. Ein anderer Haufen von Räubern, von F. J. Carvello angeführt, war in der Nacht vom 13ten auf den 14ten vorgerückt, um das Schloß del Marques anzugreifen, und hatte den dort kommandirenden Officier aufgefordert, sich zu ergeben, Als der Gouverneur von Mallaga, General Marazin, hiervon Nachricht erhielt, schickte er den Bataillonschef Bellange mit einem Detaschement gegen denselben ab. Als dasselbe zu del Marques ankam, war der Feind schon verschwunden; man erfuhr aber, daß die Banden des Munos und F. Joseph ungefähr eine Viertelstunde davon sich mit beynahe 300 Mann befänden; sogleich erhielt die Kavallerie Ordres, sie anzugreifen. Dieses geschah mit lebhaftem Muthe; es blieben 23 auf dem Platze, die übrigen wurden zerstreut, der Anführer F. Joseph und mehrere von seiner Bande wurden verwundet. Der kaiserl. Truppen erlitten bey dieser Expedition gar keinen Verlust. Alle übrigen Angriffe, welche die Räuber auf unsere Truppen zu machen die Verwegenheit hatten, waren nicht glücklicher; überall mußten es diese Elenden fühlen, daß, so groß auch ihre Anzahl seyn mag, sie dennoch nichts gegen den Muth und die Disciplin der französischen Soldaten auszurichten vermögen. Nicht glücklicher waren die Engländer bey einem Versuche, welchen sie in der Nacht vom 23sten auf den 24sten April gegen den Hafen von Mallaga unternahmen. Die auf der Batterie von St. Nikolas stehende Schildwache bemerkte in der Nacht zwischen 12 und 1 Uhr eine Barke, und Menschen, welche sich in den Felsen versteckten; sie machte sogleich Lärm, gab Feuer, lud ihr Gewehr nochmals, und schoß den ersten Engländer, der sich näherte, todt; aber in demselben Augenblicke waren auch schon die Brustwehren besetzt und die Batterie in den Händen des Feindes, dessen Absicht wahrscheinlich nur dahin ging, die Kanonen zu vernageln; er eilte, sie alle loszubrennen, und sie dadurch unbrauchbar zu machen. Auf dieses Zeichen und nach dem Aufsteigen einer Rakete, näherten sich mehrere Fahrzeuge, und ungeachtet des Feuers der Batterie St. Joseph und des kleinen Gewehrfeuers verschiedener Posten, drang der Feind in den Hafen ein. Die Reserve eilte der Batterie St. Nikolas zu, um den Feind daraus zu verjagen, allein derselbe war schon wieder in seine Schiffe zurückgekehrt. Die Absicht des Feindes bey dieser Expedition ging dahin, sich der Kaperschiffe und verschiedener Fahrzeuge mit Getreide, die in dem Hafen lagen, zu bemächtigen; allein das wohlunterhaltene Kleingewehrfeuer zwang ihn, nach einem beträchtlichen Verluste, zum Rückzuge. Eine Kanonierschaluppe und mehrere andere Fahrzeuge litten durch unser Feuer so sehr, daß sie, weil es an Mannschaft zu ihrer Fortbringung fehlte, sich den Wellen überlassen mußten; die Besatzung der Kanonierschaluppe wurde beynahe gänzlich aufgerieben, und nach den verschiedenen eingegangenen Berichten, sollen die Engländer bey diesem Angriffe 58 Todte gehabt haben. Noch beträchtlicher ist die Anzahl der Verwundeten; mehrere Officiere und der Kommandant der Expedition wurden todtgeschossen. Dieser Verlust mußte dem Feinde sehr schmerzhaft seyn, da er sich dafür nur durch zwey kleine Kaperschiffe entschädigen konnte, die er mitnahm. Uns wurde 1 Mann vom 58sten Regiment getödtet, und einer verwundet; der Bataillonschef Boyer Dugayer, welcher das Kommando hatte, erhielt eine Kontusion an der Hand.

Fortsetzung des Berichts über die Operationen der Südarmee. [5]

(S. No. 272. dieser Zeitung.)

Herr Michel, ein Kaperkapitän, wurde getödtet und Gallejo, der Kapitän eines andern Korsaren, nebst 30 Matrosen verwundet.

Am 9ten May begab sich der Herr Obergeneral nach dem Hafen St. Marie und blieb daselbst bis zum 28sten, um die Arbeiten an der Blokade von Kadix zu beschleunigen, welche mit großer Thätigkeit betrieben wurden; um den Liniendienst zu organisiren, und zugleich auch um Balleisteros zu zwingen, sich zu St. Roch und Algesiras koncentrirt zu halten. In dieser Absicht wurde eine starke Rekognoscirung von Vejir nach Punto de Ogen abgeschickt; die Truppen, welche die Linie besetzt hielten, wurden durch das 12te leichte Infanterieregiment verstärkt, und der Divisionsgeneral Semele übernahm das Kommando des linken Flügels. Während der Anwesenheit des Obergenerals vor Kadix wagte es der Insurgentenanführer Balleisteros nicht, sein Lager bey St. Roch zu verlassen; als er aber erfahren hatte, daß Ersterer nach Sevilla zurückgekehrt sey, sammelte er den größten Theil seiner Truppen und ging am 29sten May an der Spitze von 8 bis 9000 Mann Infanterie, 5 bis 600 Pferden und 4 Kanonen auf Obrika los, von wo aus er den linken Flügel der Blokade von Kadix, die Linie von Guadelite und vorzüglich den Punkt bey Bornos bedrohte, wo sich seit einigen Tagen der General Conroux mit einer Brigade in der Absicht befand, die vom Obergeneral daselbst angeordneten Fortifikationsarbeiten zu decken. Am 31sten May verließ Balleisteros diese Position und nahm seine Richtung nach dem Guadalite, welchen er auch bey der Furth nahe bey dem weissen Hause, zwischen Bornos und Arkos, passirte, und sich hinter der Position von Bornos in der Hoffnung hinzog, daselbst die Truppen des Generals Conroux zu überfallen. Am 1sten Juny, des Morgens um 6 Uhr, erblickten unsre Truppen die feindlichen Kolonnen, welche einen lebhaften Angriff und ein starkes Musketenfeuer machten; allein ob sie gleich viel zahlreicher als jene des Generals Conroux waren, so konnten sie doch dem kühnen Muthe des 9ten leichten, des 96sten Linien-Infanterieregiments, einer Eskadron des 5ten und eines Detaschements des 27sten Chasseurregiments nicht widerstehen. Der Feind wurde mit dem größten Muthe zurückgeschlagen und über die Furth der Guadalite, in welcher viele ihren Tod fanden, gejagt. Nach diesem Gefechte, in welchem sich die Truppen des Generals Conroux mit Ruhm bedeckten, aus welchem wir 4 Kanonen, 2 Fahnen und 5 bis 600 Gefangene davon trugen, und in welchem der Feind an Todten, Verwundeten, Gefangenen und Zerstreuten 3000 Mann verlor, zog sich Balleisteros wieder über Obrika nach St. Roch zurück.


Einzelnachweise. Bearbeiten

  1. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 262 Donnerstag, den 31. Oktober/12. November 1812.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 265 Montag, den 4. /16. November 1812.
  3. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 271 Montag, den 11. /23. November 1812.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 272 Dienstag, den 12. /24. November 1812.
  5. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 276 Sonnabend, den 16. /28. November 1812.
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