Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Instruktions-Punkte für den Major-General.[]

Paris, am 30. Merz 1809.

Die Oesterreicher haben den Krieg noch nicht erklärt; daß sie angreifen werden, ohne vorher ihren Botschafter zurük zu berufen, ist nicht sehr wahrscheinlich, obschon sie dieses im Jahr 1805. wirklich gethan haben. Allein damals konnte der Kaiser von Oesterreich als deutscher Kaiser unter einem rechtlichen Vorwand in Baiern einrücken, und noch bis zur Ankunft der Russen, in Ulm Unterhandlungen pflegen. Ueberdies war die französische Armee zu jener Zeit noch im Lager von Boulogne, und die Hoffnung die bairische Armee aufzuheben, und den Stuttgarter-Hof zu bestimmen, kann die österreichische Regierung zu einem solchen Schritt bewogen haben. Warum sollte sie aber dermahlen ohne Kriegserklärung angreifen? die französischen Truppen sind bereit und die Oesterreicher wissen wohl daß sie die sächsischen und bairischen Truppen die gerüstet sind, nicht überfallen und aufheben können, zudem würden sie sich der Gefahr eines Krieges mit Rußland aussetzen. Indessen ist ein naher Krieg mit Oesterreich allerdings vorauszusehen, indem es eine so große Maße vereinigter Truppen nicht lange zu unterhalten im Stande ist. Alles zeigt an, daß bis zum 15ten April die Oesterreichische Armee marsch- und schlagfertig seyn werde, darum müssen wir zu dieser Zeit auch gerüstet seyn, und nach einigen Vorkehrungen werden wir es auch seyn.

Bis zum 15ten April sind 1500 Pferde, 16 Geschütze und 6000 Mann Infanterie von der Garde und meine Pferde in Strasburg.

Den 1ten April wird der Herzog von Auerstädt, seine 20 Infanterie Regimenter zwischen Nürnberg, Bamberg und Baireuth beisammen haben, die Division St. Hilaire wird zwischen Nürnberg und Regensburg stehen.

Von der bairischen Armee ist eine Division zu Straubing, eine zu Landshut, eine zu München.

Am 1ten April wird General Oudinot zwischen Augsburg und Donauwerth 18,000 Mann unter dem Gewehr haben.

Der Herzog von Rivoli steht mit mehr als 25,000 Franzosen bei Ulm.

Das badische Contingent ist zu Pforzheim, das großherzogliche-hessische zu Mergentheim, der Herzog von Rivoli ist aber ermächtigt diese Contingente an sich zu ziehen sobald er glaubt, daß es zum Bruch komme; demnach werde ich in dem Zeitraum vom 1sten bis zum 15ten April drei Armeecorps beisammen haben, die ihre Stellung an der Donau bei Regensburg, oder Ingolstadt oder Donauwerth nehmen werden.

Das Corps des Herzogs von Auerstädt: 15 Infanterie-Regimenter und 7 Reuter-Regimenter, das Corps des Herzogs von Rivoli: . . . Infanterie-Regimenter und vier Reuter-Regimenter.

Die Division St. Hilaire und das Corps von Oudinot: zwölf Halbbrigaden, sechs Infanterie-Regimenter und sieben Reuter-Regimenter.

Endlich die Reutereireserve: 7 Regimenter leichter und 6 Regimenter schwerer Reuterei, werden zu der besagten Zeit zusammen *) 140,000 Mann betragen, worunter 130,000 Franzosen, 10,000 Alliirte.

*) Darunter sind die Bayern und die Württemberger noch nicht begriffen.

Augsburg muß vor allen Dingen gegen einen Handstreich gesichert seyn; man betreibe also mit doppelter Thätigkeit die Arbeit an den Festungswerken; die verlangten 200,000 Rationen Zwiback sollen in diesem Platze aufbewahrt werden. Backöfen zur Bereitung von 60,000 Rationen und Vorräthe aller Art sollen dahin geschickt werden.

Man muß zweitens die Brückenköpfe am Lech palisadiren, und mit etwas stärkeren, als den gewöhnlichen Feld-Calibern bewaffnen lassen.

Endlich müssen zu Donauwerth viele Magazine angelegt werden, weil, wenn die Oesterreicher angreifen, wahrscheinlich das Hauptquartier dahin kommen wird.

Noch muß die Citadelle von Passau wohl bewehrt und ausgestattet werden, so daß sie sich zwey bis drey Monate halten kann.

Man muß auch zu Ingolstadt arbeiten und tüchtige Brückenköpfe herstellen lassen, damit man nach Gefallen auf das linke Ufer vorbrechen könne.

Ich habe dem General-Intendanten befohlen, heute noch einen Kriegs-Commissär mit 200,000 Fr. in Gold und 800,000 Fr. in Wechseln abgehen zu lassen, um auf meine Kosten eine Million Rationen aufzukaufen, und für den Fall in Bereitschaft zu halten, wenn die Armee sich vereinigen sollte. Es ist nöthig, daß die Bayern zu Ulm und Augsburg zwei Millionen Rationen beysammen haben. Der Ordonateur Joinville ist angewiesen zu Ulm und Donauwerth eine gewisse Anzahl bemannter Fahrzeuge auf einen Monat zu miethen, bestimmt alles was man bedarf auf der Donau fortzuschaffen.

Endlich habe ich dem Komandanten des Genie-Wesens und dem General-Intendanten befohlen, am ersten April in Strasburg zu seyn, um auf der Straße von Straßburg nach Ulm Vorspanns-Stationen je für sechszig Fuhrwerke einzurichten, welche bestimmt sind, die Armee-Bedürfnisse nach Ulm zu schaffen, unter andern Artikeln besonders die drey, bis vier . . . . Cartouschen, die 6000 Gewehre die in dem Artillerie-Depot zu Ulm vorhanden seyn müssen, ferner die 12,000 Stücke Schanzzeug, die das Geniewesen eben dort haben muß. Endlich die Spitaleffecten und die Schuhe die man in Straßburg auftreiben könnte.

Dem General-Intendanten habe ich befohlen, hundert tausend paar Schuhe zu Straßburg, fünfzigtausend zu Ulm und eben so viele zu Augsburg verfertigen zu lassen, sorgen Sie dafür, daß sie von guter Beschaffenheit sind, um kein Unterschleif statt finde.

Alles was den Regimenter zukommen soll, muß auf der Achse nach Ulm geschickt werden, von wo es zu Schiff, nach Regensburg und Passau je nach den Bewegungen der Armee gebracht wird.

Endlich habe ich meinen Minister des öffentlichen Schazes angewiesen, zu Straßburg drey Millionen bereit zu halten, wovon eine zu Ihrer, das Uebrige zur Verfügung des General-Intendanten gestellt werden soll.

Sie werden die Ausgaben besorgen, die in das Fach des Kriegs-Ministeriums einschlagen, der General-Intendant stellt nach Ihrem Belieben die Anweisungen aus.

Der General-Intendant befaßt sich mit allen Ausgaben, welche die Kriegs-Verwaltung betreffen.

Der Major-General muß seine Maßregeln so nehmen, daß er mit seinem Staab, am . . . . in Straßburg, am . . . . nach Umständen in Donauwerth oder Augsburg seyn kann; zu Mez wird er die westphälische Division in Detail inspiziren.

Wenn nichts Neues vorfällt, so bleibt er einstweilen in Straßburg um die Organisation der Artillerie, des Geniewesens, der Verwaltungs-Behörden xc. zu betreiben.

Er muß, den Herzog von Auerstädt durch einen Offizier benachrichtigen lassen, daß er am . . . . . in Straßburg seyn werde.

Dem General Bertrand, Commandanten vom Geniewesen und dem Herrn Darü, General-Intendanten wird er den Befehl geben, zu derselben Zeit in Straßburg zu seyn, um den Dienst einzurichten. General Songis ist schon dort.

General Bertrand wird sich von Straßburg nach Augsburg und Ingolstadt begeben.

Da es wahrscheinlich ist, daß die Oesterreicher keine Bewegung machen werden, so kann der Major-General nach Ulm gehen, wo das Corps des Herzogs von Rivoli und nach Augsburg, wo das Corps von Oudinot ist. Er wird dort diese Truppen mastern, um mir die erledigten Stellen, und die dazu vorgeschlagenen Subjecte anzuzeigen. Er kann auch die baiersche Armee und das württembergische Corps in Augenschein nehmen.

Im Uebrigen wenn es keine Eile hat, soll er Straßburg nicht verlassen, ohne meine Befehle vorher abzuwarten, weil er von da aus, bequemer die Befehle zur allgemeinen Bewegung der Armee ausfertigen kann, die ich ihm zuschicken werde. Ich will ihm aber jezt meine Entwürfe mittheilen, damit er in dringenden Fällen ohne meine Befehle abzuwarten, wegen der Ausführung das Nöthige verfügen kann.

Ich gedenke mein Hauptquartier in Regensburg zu nehmen, und in diesem Centralpunkt meine ganze Armee zu vereinigen.

Im Fall der Feind mir zuvorkommen sollte, müßte das Hauptquartier zu Donauwerth und die Stellung der Armee am Lech genommen werden; sollten aber die Oesterreicher sich nicht rühren, so wünsche ich, daß General Oudinot und General St. Hilaire, sich zu Regensburg vereinigen. Von Augsburg bis dahin sind es fünf gewöhnliche und vier Kriegsmärsche.

Wenn General Oudinot am fünften April von Augsburg abgehen würde, so würde er am 10ten April zu Regensburg; und angenommen, General St. Hilaire sey am 5ten April zu Nürnberg, so kann er am 8ten oder 9ten zu Regensburg seyn, wo ich demnach am 10ten April eine Masse von 30,000 Mann Infanterie und 7 Cavallerie-Regimentern haben würde.

Der Herzog von Istrien würde an demselben Tag dort eintreffen, und als seine ganze Cavallerie-Reserve beisammen haben.

Der Herzog von Auerstädt würde sein Hauptquartier nach Nürnberg verlegen, Baireuth und die Zugänge von Egra nur mit den Truppen seines äußersten linken Flügels besezt halten. Sein Hauptquartier wäre also nur 24 Stunden oder drei Märsche von Regensburg entfernt.

Die 3 Divisionen der baierscher Armee hätten gleichfalls, einen, zwei oder drei Tagmärsche von Regensburg.

Der Herzog von Rivoli nach Augsburg vorrückend, hätte vier oder fünf Märsche dahin.

Das Hauptquartier zu Regensburg befände sich also in der Mitte einer Armee von zweimal hundert tausend Mann, die reutlings (á cheval) auf einem großen Strom das rechte Donau-Ufer von Regensburg bis Passau beherrschen würde; in dieser Stellung hätte man von den Bewegungen des Feindes nichts mehr zu befürchten und genöße des Vortheils, daß der Armee auf der Donau alles was sie braucht, in der kürzesten Zeit zugefügt werden könnte.

Es fragt sich was der Feind der schlagfertig ist, dermalen gegen die Armee unternehmen könnte?

Derselbe könnte von Pilsen über Waldmünchen und Cham nach Regensburg vorrücken. Von Pilsen bis Regensburg sind es fünf Märsche.

In einem solchen Fall würde, die eine baierische Division von Straubing die andere von Landshut nach Ingolstadt zurückweichen; das Corps des Herzogs von Auerstädt würde sich nach Ingolstadt und Donauwerth begeben, das große Hauptquartier käme sodann nach Donauwerth.

Angenommen die Armee habe die bereits angegebenen Cantonnirungs-Quartiere um Regensburg herum bezogen, was wird alsdann der Feind thun? Wird er über Cham vorrücken? In diesem Falle, können wir unsere ganze Macht gegen ihn vereinigen, und in den am Regenfluß zum voraus gewählten Stellungen seinem Vorrücken Grenzen setzen.

Richtet der Feind seinen Marsch auf Nürnberg, so wird er von Böhmen abgeschnitten.

Dasselbe geschieht wenn er auf Bamberg losgehen sollte.

Wollte er gar Dresden zu seinem Operations-Object machen, so dringt man in Böhmen ein, und verfolgt ihn in Deutschland.

Im Fall er aus Böhmen vorbrechen und zugleich im Tyrol auftreten wollte, würde er allerdings nach Inspruck kommen, aber seine zehn oder zwölf nach Inspruck gekommenen Regimenter, würden ihm auf dem Schlachtfelde an den Ausgängen Böhmens abgehen, diese Regimenter würden die Niederlage ihrer schwachen Armee erst durch unsere Ankunft in Salzburg erfahren.

Im Fall endlich der Feind die äußersten Flügelpunkte zu bedrohen scheint, muß man nach der Mitte operiren, wo der Rückzug an den Lech, dessen man sich durch die Besezung von Augsburg versichert haben muß, immer frey bleibt.

Die Aufgabe des Genie-Corps beschränkt sich also darauf, die Brückenköpfe am Lech, und Passau, Augsburg und Ingolstadt zu befestigen.

Der Verpflegungs-Behörde liegt ob, große Magazine in Augsburg und Donauwerth anzulegen; am lezteren Ort sind Backöfen zur Bereitung von dreißig bis vierzig tausend Rationen herzustellen.

Die Magazine zu Augsburg werden auf Kosten Bayerns angeschafft, die zu Donauwerth kommen auf meine Rechnung; ich will über dieselben verfügen, es mag nun auf dem rechten oder auf dem linken Donau-Ufer manövrirt werden. Der General-Intendant muß Anstalten treffen, damit zwey Millionen Brod-Rationen in Donauwerth gefertigt werden können, er muß das hiezu nöthige anschaffen, und die Kosten davon anzeigen.

Aller Zwiback der aus den Gegenden auf dem linken Donau-Ufer uns zukommen soll, muß nach Regensburg gebracht werden, wenn wir einmal dort sind; so lange er aber noch ungewiß ist, ob wir diesen Punkt vor dem Feind erreichen können, muß derselbe in Donauwerth untergebracht werden, da wir diesen Punkt jezt schon zu behaupten vermögen.

Anlangend die geographischen Ingenieurs, so sollen sie die Stellungen in der Gegend von Regensburg, und die Donaubrücken recognosciren; auch wird der Major-General an General Wrede schreiben und von ihm Erkundigungen über die genannten Brücken und Stellungen von ihm einziehen; so fragt es sich zum Beispiel ob die Brücke von Straubing sich vertheidigen lasse, im Fall der Feind auf dem linken Donau-Ufer herankäme.

Der General-Intendant muß sich zum Behuf der Zufuhren aller Fahrzeuge auf der Donau versichern; Er bedarf auch einer Ofensetzer und einer Bäcker-Compagnie.

Dermalen führt der Herzog von Auerstädt das Commando über die ganze erste Linie, ein Commando das jedoch keinen rechten Sinn hat, weil derselbe außer Stand wäre, zu seiner Zeit am Inn die rechten Vorkehrungen zu treffen; demnach müßte der Major-General je nach den Umständen das nöthige Verfügen, und z. B. den General Oudinot unter die Befehle des Herzogs von Rivoli stellen.

Die zwanzig Regimenter auf dem linken Donau-Ufer blieben unter den Befehlen des Herzogs von Auerstädt.

General Oudinot, das Corps des Herzogs von Rivoli und alle übrigen Truppen auf dem rechten Donau-Ufer stünden unter dem Befehl des Herzogs von Rivoli. Mein lezter Entschluß in dieser Hinsicht aber ist, daß sobald die Division St. Hilaire und das Corps von Oudinot bey Regensburg vereinigt seyn werden, sie fortan zusammen nur ein Corps, das dritte Corps genannt bilden, und zwar unter dem Befehle von . . . .

Das Corps des Herzogs von Auerstädt soll das zweyte Corps der großen Armee heißen.

Das Corps des Herzogs von Rivoli soll das vierte Corps der großen Armee genannt werden.

Anlangend das Cavallerie-Corps des Herzogs von Istrien, so soll dasselbe aus zwei Divisionen schwerer Cavallerie, wovon jede drey Regimenter, ferner aus zwei Divisionen leichter Cavallerie, wovon jede vier Regimenter enthält, bestehen, unter diesen 8 leichten Cavallerie-Regimentern sind sieben französische und ein württembergisches.

Der Herzog von Istrien bekommt also acht leichte Cavallerie-Regimenter zusammen 7000 Mann, sechs schwere Reuter-Regimenter zusammen 5000 Mann, im Ganzen 12,000 Mann. Wenn es nöthig ist, kann man noch über ein bayrisches leichtes Reuter-Regiment verfügen.

Ich habe veranstaltet, daß alle leichte Reuter-Regimenter auf 1000 Mann gebracht werden, durch Beiziehung der in Frankreich befindlichen Depot-Mannschaften, von den in Spanien, verwendeten Regimentern.

Was die Dragoner der Division Beaumont betrifft, so bilden sie sechs provisorische Regimenter, wovon die vordersten schon in Straßburg angekommen sind, und die bis zum 15ten sämtlich 5000 Mann stark von da werden abgehen können.

Aus den in Frankreich gebliebenen Depots der in Spanien befindlichen Husaren-Regimenter lasse ich Compagnien von 80 bis 150 Mann bilden; ihre Bestimmung ist bei den Marschällen den Wach- und Ordonanzen-Dienst zu versehen, jeder Marschall wird auf die Verwaltung und die Erhaltung der ihm zugetheilten Compagnie Bedacht nehmen.

Zur Dienstleistung bey dem Major-General bestimme ich ein provisorisches Jäger-Regiment von 1000 Mann, das zu Versailles gebildet und aus zwey Eskadrons vom 26ten Jäger-Regiment, einer Eskadron vom 10ten und einer vom 22ten Jäger-Regiment bestehen wird, ferner: das nach Paris berufene Bataillon von Neufchatel, ein Schweizer-Bataillon, eine Compagnie von 100 Gendarmen, die Guiden-Compagnie.

Mit diesen Truppen wird der Major-General im Rücken der Armee die Posten bestreiten, die nöthig sind zur Sicherung der Comunikation, und zum sichern Geleit für die Estafetten-Reuter.

Der Oberstallmeister soll eine Anzahl französischer Postillons anschaffen, und 80 Pferde zur Ablösung auf den ersten 60 Stunden hinter der Armee.

Die französische Armee in Deutschland wird also aus drey Corps bestehen.

Das zweite Corps, unter dem Herzog von Montebello, wenn er anders noch zeitig genug ankommt, oder unter dem Prinzen von Ponte-Corvo enthält 1). Die zwei Divisionen von Oudinot: zwölf halbe Brigaden, unter dem General Oudinot und sechs Brigade-Generalen.

2.) Die Division St. Hilaire: 6 Regimenter, 3 Brigaden unter eben so vielen Generalen.

3.) Drei leichte Cavallerie-Regimenter unter einem Brigade-General.

4.) Die Division Espagne von 4 schweren Cavallerie-Regimentern, unter diesem General, und 2 Brigade-Generalen.

Jeder Division und jeder Brigade der leichten Cavallerie soll ein kommandirender Adjudant (Adjudant-Commandant) zugetheilt werden.

Jede der Divisionen von Oudinot soll 18 Kanonen haben.

Die Division St. Hilaire erhält 15 dergleichen.

Die Division Espagne 6 dergleichen.

Thut zusammen: 39 Batterie-Stücke.

Das 3te Corps unter dem Herzog von Auerstädt enthält 15 Infanterie-Regimenter in 4 Divisionen abgetheilt.

Jede Division wird von einem Divisions-General befehligt, der 3 Brigade-Generale unter sich hat.

Dazu kommt noch die Division St. Sulpice . . . . Regimenter, 2 Brigade-Generale.

Für jede Infanterie-Division sind 15. Geschütze, für die Division St. Sulpice 6 dergleichen gerechnet, zusammen also: 66 Batterie-Stücke.

Auf jede Division, und auf die leichte Cavallerie-Brigade kommen ein kommandirender Adjudant und 2 Adjuncten.

Das 4te Corps der großen Armee unter dem Herzog von Rivoli, soll bestehen aus 4 Infanterie-Divisionen und . . . . . Regimentern.

Für jede Division sind ein Divisions-General und 2 Brigade-Generale gerechnet. Die leichte Cavallerie-Division dieses Corps besteht aus 4 französischen und 2 alliirten Regimentern, unter dem Befehl eines Divisions-Generals und zweier Brigade-Generalen.

Für jede Division sind ein commandirender Adjudant und zwei Adjuncten gerechnet.

Auf jede Infanteriedivision kommen 12 Stücke französischen Geschützes; dieß thut mit den 28 Stücken der Alliirten zusammen 76 Stücke.

Anlangend die Division der kleineren Fürsten, die 6 bis 8000 Mann stark ist, so steht dieselbe unter dem Befehl des Generals Royer, und unter 2 Brigade-Generalen die deutsch sprechen. Diese Division bleibt vorerst dem 3ten Corps zugetheilt, kann aber ins Hauptquartier berufen und zum Garnisons-Dienst und zum Transport der Gefangenen bestimmt werden.

Die Cavallerie-Reserve unter dem Herzog von Istrien enthält:

1.) Zwei leichte Cavalleriedivisionen unter zweien Divisions- und 4 Brigade-Generalen;
2.) Zwei schwere Cavalleriedivisionen, jede von 3 Regimentern, unter zwei Divisions- und 3 Brigade-Generalen.
3.) Die Dragoner-Reserve: 6 Regimenter, unter einem Divisionsgeneral und 3 Brigade-Generalen.

Für jede Reservedivision der schweren Reuterei sind 6, -- für die Dragonerdivision gleichfalls 6, -- für die Reserve zusammen also 18 Stücke gerechnet.

Die württembergischen Truppen sollen keinem Armeecorps zugetheilt werden; ich wünsche dieselben zu meiner Verfügung zu behalten.

Je nach den Umständen werde ich dieselben an den Herzog von Danzig überlassen, oder einem der 3 Armeecorps zutheilen, dessen Operationen Ihre Beiziehung etwa nöthig machen könnten. Im Fall General Vandamme diese Truppen nicht commandiren sollte, mag General Démont, der deutsch spricht, das Commando über dieselben führen; General Vandamme würde alsdann an die Stelle von Démont treten.

Die Meklenburgischen Truppen sind bestimmt, Schwedisch-Pommern besetzt zu halten.

Was Sachsen betrifft, so müßte man den König, im Fall der Krieg ausbricht, bestimmen, sich nach Erfurt, Leipzig, oder anders wohin zu begeben.

Wäre Dresden gegen einen Handstreich gesichert, so könnte man 3000 Mann als Garnison dort lassen und den Ueberrest der sächsischen Armee an die Donau berufen.

Die polnischen Truppen müssen Warschau besetzen und Krakau beunruhigen. Im Fall eines Kriegs müßte Fürst Poniatowsky Oberbefehlshaber im Herzogthum Warschau, veranlaßt werden, Praga und Modlin mit neu zu errichtenden Landwehren zu besetzen, und mit seinen Linien-Truppen Gallizien zum Aufstand zu bringen.

Der Major-General wird mit General Bertrand alles was sich auf das Geniewesen und die Sapeurs bezieht, und mit dem General-Intendanten alles was das Armee-Fuhrwesen betrifft, verabreden, und sich vorher zu Vermeidung falscher Maaßregeln erkundigen, wie es mit diesen Dingen steht.

Geniewesen.[]

Jedes der 3 Armeecorps erhält eine Pontonier-Compagnie, 2 Sapeur-Compagnien, und 6000 Stücke Schanz-Geschirrs.

Zum Park des Geniewesens sind bestimmt: ein 800 Mann starkes Bataillon von der Marine, ein . . . . . . Seeleute von 1200 Mann.

Der Minister des Seewesens soll 9. Chirurgen für sie bestimmen.

Zu diesem Park gehören noch ferner:

9 Sapeur-Compagnien; 900 Mann, 2 Chirurgen;
3 Mineurcompagnien; 300 Mann, 1 Chirurg;
3 Pontoniercompagnien; 300 Mann, 1 Chirurg;
4 Pionniercompagnien; 600 Mann, 1 Chirurg;
2 Artilleriecompagnien mit 6 Geschützen;

Die Sapeurs und Mineurs bilden zusammen 2 Bataillons;

Die Pionniere bilden 1 Bataillon;

Die Pontoniere desgleichen;

Diese 4 Bataillons sollen von einem Major des Geniecorps befehligt werden.

Die 800. Arbeiter von der Marine und die 1200 Seeleute bilden 3 Bataillon unter den Befehlen des Obersten Basté, Schiff-Capitains.

All dieß thut zusammen: 7 Bataillons, wovon 4 zur Land-Armee 3 zur Marine gehören.

Dieses zum Park des Geniewesens gehörige Corps bildet eine Reserve unter dem General Hastrél, der in Beziehung auf Märsche und die innere Ordnung den Befehl zu führen hat.

Man muß einen Kriegs-Comissaire, einen Adjunkt und 4 Krankenwagen dazu theilen.

Dieses Reservecorps könnte am Tage einer Schlacht gute Dienste leisten.

General Hastrél wird dafür sorgen, daß dieses Corps in bester Ordnung marschire, gut verpflegt, gut bewaffnet und mit Munition versehen sey.

Von heute an sollen die Sapeurs von Würzburg von den 4 Regimentern der sächsischen Häuser und von Nassau ein kleines Bataillon von 3 - 400 Mann bilden, und dem Reservepark des Geniewesens zugetheilt werden. Der Major-General wird alle nöthigen Befehle zur Bildung dieser Reserve ausfertigen.

Alle Vorräthe der Artillerie, des Geniekorps und des Verpflegungswesens müssen vorerst nach Ulm gewiesen und dort auf der Donau eingeschifft werden.

Ich habe befohlen, von Strasburg folgendes nach Ulm zu schaffen:

6000 Gewehre;
6000 Bajonette;
6000 ersatzstücke;
2000 Säbel für die 3 verschiedenen Truppenarten;
20,000 Raumnadeln;
1000 Kugelzieher;

Der General-Intendant wird die Corps benachrichtigen, daß die Kleidungsstücke und andere Gegenstände der Art nach Ulm gebracht werden müssen; dort wird man sie auf Fahrzeugen einschiffen; die mit Seeleuten bemannt sind.

Anlangend die Bataillons vom Fuhrwesen, so sind das 2te und 3te Bataillon bereits bei der Rheinarmee; das 12te wird zu Commercy errichtet.

200 Rüstwagen aus den Depots der in Spanien befindlichen Bataillons sind nach Joigny beschieden, woselbst sie 2 Reserven-Bataillons bilden werden. es werden sich demnach 5 Fuhrwesens-Bataillons mit 700 Fuhrwerken bei der Armee befinden, womit man wird ausreichen können.

Was die Spitäler betrifft, so sollen sie in Amberg, Ingolstadt und Passau, im Fall eines Vormarsches, untergebracht werden; in diesen 3 Punkten müssen also die nöthigen Anstalten getroffen und dieselben auch gegen einen Handstreich gesichert werden.

Von meiner Garde kommen zur Rheinarmee;

4 Cavallerie-Regimenter,
48 Geschütze,
1 Compagnie Seeleute,
1 Compagnie Pontoniers,
2 Regimenter Schützen, (Infanterie)
2 Regimenter Füsiliers,
1 Jäger-Regiment, -- } Infanterie
1 Grenadier-Regiment, } Infanterie
Napoleon.

Bestand der Divisionen und Brigaden von den verschiedenen Corps der großen Armee.[]

2tes Armee-Corps.[]

Marschall Herzog von Monte-Bello, oder Fürst von Ponte-Corvo.
Armee-Corps Divisionen. Divisions-Generale. Brigaden. Brigade-Generale. Regimenter. xc.
General-Staab. 1tes provisorisches Jäger-Regt. v. 10ten, 22ten und 26ten Regiment.
Bataillon Neufchatel.
1. Schweizer-Bataillon,
1. Compagnie von 100 Gensdarmes.
2tes Armee- 1te Claparéde 1te Conroux. 1te Halbbrigade leichter Inf.
Corps. 3te desgleichen.
2te Albert. 1te Halbbrigade Linien Inf.
2te desgleichen.
3te Jarry. 3te desgleichen.
4te desgleichen.
2te Tarreau. 1te Cohorn. 2te Halbbrigade leichter Inf.
4te desgleichen.
2te Lesuire. 5te Halbbrigade Linien-Inf.
6te desgleichen.
3te Ficatier 7te
8te desgleichen.
3te St. Hilaire. 1te Pouset. 10tes Regt, leichter Inf.
2te Dupelin. 3tes Regiment Linien-Inf.
57tes desgleichen.
3te Strabenrath. 72tes
105tes desgleichen.
22tes bleibt als Besatzung.
Leichte Colbert. 9tes Husaren-Regiment.
Cavallerie. 7tes Jäger-Regiment
20tes desgleichen.
Kürassier- Espagne. 1te Reynaud. 4tes Kürassier-Regiment.
Division. 6tes desgleichen.
2te Fouler. 7tes
8tes desgleichen.


3tes Armeecorps.[]

Marschall Herzog von Auerstädt.
Armee-Corps. Divisionen. Divisions-Generale. Brigaden. Brigade-Generale. Regimenter.
3tes 1ste. Morand. 1te. Barbanégre. 13tes Regiment leicht. Inf.
Armeecorps. 2te. Lacour. 17tes Regiment Linien Infanterie.
30tes
3te L'Huillier. 61tes desgleichen.
65tes
2te. Friant. 1te. Girard, Rieux genannt. 15tes Regiment leicht. Infanterie.
2te. Grandeau. 33tes Regiment Lin.-Inf.
48tes desgleichen.
3te. Gauthier. 108tes desgleichen.
111tes
3te. Gudin. 1te. Petit. 7tes Regiment leicht. Inf.
2te. Lorencez. 12tes Regiment Lin.-Inf.
21tes desgleichen.
3te. Gilly. 25tes desgleichen.
85tes
4te. Demont. 1te. 4tes Bat. v. 17ten Lin.-Regt.
4tes --- --- 30ten --- ---
4tes --- --- 61ten --- ---
4tes --- --- 65ten --- ---
2te. 4tes --- --- 33ten --- ---
4tes --- --- 111ten --- ---
3te. 4tes --- --- 7ten leicht. Reg.
4tes --- --- 12ten Lin.-Regt.
4tes --- --- 21ten --- ---
4tes --- --- 85ten --- ---
Leichte Jacquinot. 1tes Jägerregiment.
Cavallerie. 2tes desgleichen.
12tes desgleichen.
Kürrassier- St. Sulpice. 1te. Clement. 1tes Kürassierregiment.
Division. 5tes desgleichen.
2te. Guiton. 10tes desgleichen.
11tes
Deutsche Rouyer. 1te. Regt. Nro. 2. (Nassau-
Division. --- --- Nro. 5. (Lippe u. Anhalt.
--- --- Nro. 6. (Schwarzburg, Reuß, Waldek.)
2te. --- --- Nro. 4. (von den 5 herzogl. sächsischen Häusern.)


4tes Armeecorps.[]

Marschall Herzog von Rivoli.
Armee-Corps. Divisionen. Divisions-Generale. Brigaden. Brigade-Generale. Regimenter.
4tes 1ste. Legrand. 1ste. Ledru. 26tes Reg. leicht. Inf.
Armeecorps. 18tes Reg. Lin.-Inf.
2te. Kister. 1tes Lin.-Reg. Bad. Brig.
2tes desgl.
3tes
Fuß-Jäg.-Bat.
2te. Carra-Saint Cyr. 1ste. Lossou. 24tes Reg. Lin.-Inf.
2te. Dalesme. 4tes Reg. Lin.-Inf.
46tes desgleichen.
3te. Schiner. Garde-Batail. Hessen-darmst. Brig.
Leib-Batail.
3te. Molitor. 1te. Leguay. 37tes Reg. Lin.-Inf.
2tes desgleichen.
2te. Viviez. 16tes desgleichen.
67tes
4te. Boudet. 1ste. Fririon. 3tes Regiment leichte Infanterie.
2te. Valory. 56tes Regiment Linien-Infanterie.
93tes desgleichen.
leichte 1te. 19tes Jägerregiment.
Cavallerie- 23tes desgleichen.
division. 2te. 3tes desgleichen.
14tes
3te. Badisches Dragoner-Regiment.
Hessendarmstädtischen Chevauxlégers-Regiment.


Cavallerie-Reserve.[]

Marschall Herzog von Istrien.
Armee-Corps. Divisionen. Divisions-Generale. Brigaden. Brigade-Generale. Regimenter xc.
Cavallerie- 1te Division, Montbrun. 1te Pajol. 5tes Husaren-Regiment.
Reserve. leichter 11tes Jäger-Regiment.
Cavallerie. 2te de Piré. 8tes Husaren-Regiment.
16tes Jäger-Regiment.
2te Division, 1te Bruyére. 24tes Jäger-Regiment.
leichter 13tes
Cavallerie. 2te 7tes Husaren-Regiment.
1tes Würt. leicht. Cav.-Regt.
Dragoner- Beaumont. 1te 1tes prov. Dragoner-Regiment. *)
Division. 2tes desgleichen. *)
2te 3tes desgleichen. *)
4tes *)
3te 5tes desgleichen. *)
6tes *)
Schwere 1te Defrance. 1tes Karabinier-Regiment.
Cavallerie- 2tes desgleichen.
Division. 2te Doumerc. 2tes Kürassier-Regiment.
Kürassier- 1te St. Germain. 9tes Kürassier-Regiment.
Division. 2te Davenay. 3tes Kürassier-Regt.
12tes
*) formiren sich in Strasburg.


Baieresches Corps bei der großen Armee.[]

Marschall Herzog von Danzig.
Armee-Corps. Division. Divisions-Generale. Brigaden. Brigade-Generale. Regimenter.
Baieresches 1te Deroi. 1ste. Rechberg. 1tes Linien Regiment.
Corps. 2tes desgleichen.
1tes leichtes Infanterie Bataillon.
2te. Raglovich. 4tes Linien Regiment.
8tes desgleichen.
3tes leichtes Infanterie Bataillon.
Cavallerie. Zandt. 1tes Dragoner Regiment.
1tes Chevauxléger Regiment.
2te. Wrede. 1te Minucci. 3tes Lin. Regiment.
13tes
6tes leichtes Infanterie Bataillon.
2te Beckers 6tes Linien Regiment.
7tes desgleichen.
4tes leichtes Infanterie Bataillon.
Cavallerie. Preysing. 2tes Chevauxlégers Regiment.
3tes
3ten. Siebeyn. 1te. Vincenty. 1tes Lin. Regiment.
50tes
9tes leichtes Infanterie Bataillon.
2te Schloßberg. 5tes Lin. Regiment.
14tes
7tes leichtes Infanterie Bataillon.
Cavallerie. Seidwiz. 2tes Dragoner Regiment.
4tes Chevauxlégers Regiment.

Quellen und Literatur.[]

  • Feldzüge des Kaisers Napoleon in Deutschland, Italien und Polen im Jahr 1809, nebst den Expeditionen von Neapel und Walchern, nach einem Tagebuch und der Correspondenz Napoleons; mit Belegen und einigen bisher ungedruckten Actenstücken. Von General Pelet. Stuttgart, bei Friedrich Franck h 1824.
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