Sieben und zwanzigstes Bülletin der kaiserl. königl. Französischen Armee.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Znaym den 12. July.

Am 10. schlug der Herzog von Rivoli vor Hollabrunn den feindlichen Nachtrab. An demselben Tage Mittags, ward der Herzog von Ragusa, der auf den Höhen von Znaym angekommen war, das Gepäck und die Artillerie des Feindes gewahr, welche nach Böhmen ihren Weg nahmen. Der General Bellegarde schrieb ihm, der Fürst Johann v. Lichtenstein werde sich mit einem Auftrage seines Herrn zum Kaiser begeben, um über den Frieden zu unterhandeln, und bat dem zufolge um einen Waffenstillstand. Der Herzog von Ragusa antwortete: Es stünde nicht in seiner Macht, diesem Begehren zu willfahren; er werde aber den Kaiser davon in Kenntniß setzen. Indessen griff er den Feind an, vertrieb ihn aus einer schönen Stellung, machte Gefangenen, und nahm ihm zwey Fahnen.

An dem nämlichen Tage des Morgens war der Herzog von Auerstädt über die Taya, Nikolsburg gegenüber, gegangen, und der General Grouchy hatte den Nachtrab des Fürsten von Rosenberg geschlagen, und von dem Regimente des Erzherzogs Carl 450 Gefangenen gemacht.

Am 11. Mittags langte der Kaiser Znaym gegenüber an. Das Treffen hatte angefangen; der Herzog von Ragusa war über die Stadt hinausgegangen, und der Herzog von Rivoli hatte sich der Brücke bemächtigt, und die Tabacks-Fabrik besetzt. In den verschiedenen Gefechten dieses Tages hatte man dem Feinde 2 Fahnen und 3 Canonen abgenommen. Der Brigade-General Bruyeres, ein hoffnungsvoller Officier, ward verwundet. Der Brigade-General Guiton machte mit dem 10. Cürassier-Regimente einen schönen Angriff.

Als der Kaiser die Nachricht erhielt, daß der Fürst Johann v. Lichtenstein, der an Ihn gesandt war, unsere Vorposten betreten hatte, ließ Er zu feuern aufhören.

Der Waffenstillstand wurde um Mitternacht bey dem Fürsten von Neuchatel unterzeichnet. Der Fürst v. Lichtenstein wurde dem Kaiser in seinem Zelte des Morgens um 2 Uhr vorgestellt.

(Dem Bülletin war der bereits mitgetheilte Waffenstillstand beygefügt.)


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Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wiener-Zeitung. Verlegt von den v. Ghelenschen Erben. Nro. 95. (1809)
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