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Soest.Bearbeiten


Soest,[1] spr. Sohst, ziemlich große Stadt in der Grafschaft Mark, in Westphalen, südwestwärts von Lippstadt, katholischer und evangelischer Religion. Sie hatte im Jahr 1802. 5372 Einwohner und 1325 Häuser, ohne die Scheunen. Von der Domkirche haben die Katholiken den Chor, die Lutheraner aber das Schiff. Letztern gehören noch 6 andere Kirchen, deren eine zugleich den Reformirten zum Gottesdienst dient. Ausserdem bemerkt man das Kanonikatstift mit einem Probst und 19 Kanonikatpräbenten, das adeliche Jungfernstift, welches aus einem Probst, einer Aebtissin und 20 Fräulen, Lutherischen, Reform. und Kathol. besteht; die 2 Mönchsklöster der Dominikaner und Franciscaner, das lutherische Archigymnasium, den starken Getreidehandel, und das Stadtgebiethe, die Sösterbörde genannt, mit 30 Dörfern und einem guten Salzwerk. Ausser dem ergiebigen Feldbau hat die Stadt auch mehrere Tuchmacher, Leinweber, Lederbereiter xc., welche gute Waaren zur Ausfuhr liefern. In ältesten Zeiten war die eine Hansestadt, und hatte viele Einwohner, reichsstädtische Freyheiten und auch das Münzrecht. Ihr altes Stadtrecht war im Mittelalter sehr angesehen, und wurde die Grundlage zum Lübeckischen Stadtrecht. Seit 1809 ist Soest der Hauptort eines Cantons im Departem. der Ruhr, Bezirk Hamm, zum Großherzogthum Berg gehörig.


Grossgericht zu Soest.Bearbeiten


[2] Für das Stadtgericht gehört das Hypotheken- und Vormundschaftswesen in der Stadt Soest und in deren Boerde ausschliesslich, nicht weniger die Criminal-Fiskalische und Concurs-Sachen. Dagegen erkennt das Grossgericht in allen sonstigen Process-Sachen, selbst in Personal-Sachen gegen Eximirte. Die Appellation vom Grossgericht geht an das Stadtgericht, und wo dieses in erster Instanz erkannt hat, an den ersten Senat der Regierung. Die Revisionssachen aber gelangen allemal an den zweiten Senat der Regierung.


Quellen.Bearbeiten

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
  2. Handbuch über den Königlichen Preussischen Hof und Staat für das Jahr 1804. Berlin, bei Johann Friedrich Unger.
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