Stéphanie Louise Adrienne de Beauharnais (1789 - 1860).

Französische Merkwürdigkeiten und Anekdoten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1806]

[1]

Schreiben aus Paris vom 12. März.

Die mit dem Churprinzen von Baden verlobte Prinzeß Stephanie Beauharnois, welche der Kaiser unterm 4ten dieses, zufolge einer Botschaft an den Senat, unter dem Namen Stephanie Napoleon an Kindesstatt angenommen hat, wurde hier in einer Pension-Anstalt erzogen, und ist erst 16 Jahre alt. Nach den Ehepakten bekömmt der Prinz zu seinem Hofetat jährlich 200,000 Gulden.

Die Demoiselle Tascher de la Pagerie fährt mit der Gouvernante sehr oft zu ihrer Tante, der Kaiserin; viele wollen damit die Negociation des Grafen von Winzingerode in Verbindung setzen.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1812]

Karlsruhe, den 18ten May. [2]

Am 15ten dieses kam Se. Königl. Hoheit, der Großherzog, von seiner Reise nach Würzburg wieder zu Mannheim an. Die Ursache, warum unsere verehrte Großherzogin ihren Gemahl auf dieser Reise nicht begleitete, ist vermuthlich ihre Schwangerschaft, die zwar noch nicht bey unserm Hofe deklarirt, aber doch schon vor einigen Wochen dem französischen Hofe angezeigt wurde. Der Gardeofficier, welche diese frohe Nachricht nach Paris brachte erhielt eine kostbare goldene Dose zum Geschenk.


Karlsruhe, den 8ten Juny.

Se. Königl. Hoheit, der Großherzog, kam erst am 20sten May von Mannheim hier an. Am 5ten dieses, dem Geburtstage der jungen Prinzessin, kehrte Höchstderselbe nach Mannheim zurück, von wo er aber am folgenden Tage eine kleine Reise nach Heidelberg und den Neckar weiter hinauf antrat. Noch diese Woche wird der ganze Hof hier zurück erwartet; sein Aufenthalt dürfte aber von kurzer Dauer seyn, und bald mit dem von Baden vertauscht werden.


Vom Mayn, vom 28sten August.

Am 14ten August trat der Großherzog von Baden eine Reise nach den obern Gegenden des Großherzogthums an. Einige Staatsräthe begleiteten Se. Königl. Hoheit. Er übernachtete in Lahr und kam am 15ten in Freyburg an, wo er bis zum 17ten verweilte, und sich dann über Lörrach und Schafhausen, wo man ihn mit einem Dejeuner bewirthete, nach Kostanz begab. Die Frau Großherzogin kehrte am 16ten nach Baden zurück, wo Sie noch bis zu Ende dieses Monats zu bleiben gedachte; dieser Entschluß ist nun aber abgeändert worden, da alle Anzeigen nach die Entbindung Ihrer Kaiserl. Hoheit näher ist, als man vermuthet hatte. Ihre Kaiserl. Hoheit sind den 23sten zu Karlsruhe angekommen, wohin auch der Großherzog, nach einem zweytägigen Aufenthalt zu Kostanz, durch einen Kourier berufen, am 24sten zurückgekehrt ist.


Karlsruhe, den 29sten September. [3]

Heute Morgen gegen 10 Uhr verkündigte eine Artilleriesalve von 200 Kanonenschüssen der Residenz und dem Lande die glückliche Entbindung unserer allgeliebten Großherzogin von einem gesunden Prinzen. In der Schloßkirche wurde sogleich in Gegenwart des Hofes ein feyerliches Te Deum gesungen.


Karlsruhe, den 17ten Oktober. [4]

Gestern Abend, um halb 8 Uhr, wurde die Residenz und das ganze Land durch das plötzliche Ableben Sr. Hoheit, des Erbgroßherzogs, am Stickfluß, in die tiefste Trauer versetzt. So allgemein und lebhaft die Freude über höchstdesselben beglückende Geburt am 29sten September war, so innig und groß ist jetzt die Betrübniß über dieses schmerzliche Ereigniß.


Karlsruhe, den 20sten Oktober. [5]

Gestern Abend um 10 Uhr erfolgte in der Stille die Beysetzung Sr. Hoheit, des höchstsel. Erbgroßherzogs, indem höchstdesselben Leichnam unter einem kleinen Gefolge in die großherzogliche Familiengruft nach Pforzheim angeführt wurde.


Vermischte Nachrichten. [6]

Da man dem badenschen Leibarzt, Doktor Kramer, den Vorwurf machte, als sey der Erbgroßherzog am Stickfluß aus der Ursache gestorben, weil man ihn nach der neuen Methode behandelt hätte, so erklärt sich Doktor Kramer in der Staatszeitung gegen diese Verläumdungen, und macht bekannt: daß die Krankheit eine Folge der sehr harten Geburt war, wobey das theuerste Leben der Mutter und des Kindes geraume Zeit hindurch auf dem Spiele stand.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und andern Sachen. Jahrgang 1806.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 136. Donnerstag, den 6. Juny 1812.
  3. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 245. Freytag, den 11/23. Oktober 1812.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 262 Donnerstag, den 31. Oktober/12. November 1812.
  5. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 265 Montag, den 4. /16. November 1812.
  6. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 271 Montag, den 11. /23. November 1812.
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