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Stadtpfarrkirche.Bearbeiten

Die dritte Kirche, und eigentlich die erste Pfarr in der erweiterten Stadt Linz ist die jetzige Stadtpfarrkirche Nro. 163 am Pfarrplatze, sie wurde schon im Jahre 1286 erbaut, wie damahls die pfarrlichen Rechte von der Kirche am Schloßberge hieher verlegt wurden, die St. Anna-Kapelle nächst dieser Pfarrkirche ist im Jahre 1335 von einem Bürger, Leop. Luz, erbaut und gestiftet worden; man nannte diese Kirche auch die St. Martinskirche, weil sie statt der vorigen ersten Kirche am Schlosse, oder Martinsberge, errichtet worden ist. Anno 1423 ließ nach einem alten Manuscripte Kaiser Friedrich diese Kirche erbauen, vielleicht weil sie durch Feuersbrunst einen nahmhaften Schaden erlitt, da aber zur selben Zeit Friedrich noch nicht Kaiser, und seine älteren Brüder des Herzogs Albert von Oesterreich Vormünder waren, die beständig in Uneinigkeit lebten, so kann man dieses erst zum Frühesten im Jahre 1440 annehmen, nachdem er nach dem Tode Alberts zum Regenten berufen, und zum Kaiser erwählt ward; in dieser Kirche ist noch eine Jahrzahl 1448 zu sehen, wo angezeigt ist, daß die alte Stadt bey dem Hofberge wäre, schon vor Christi Geburt gestanden, und Lens geheißen habe. Die eifrigen Bewohner von Linz ließen diese ihre Pfarrkirche im Jahre 1589 etwas besser herstellen, als sie vormahls war; der Brand 1800 machte diese ehrwürdigen alten Kirche vielen Schaden, sie wurde aber bald wieder aufgerichtet.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Topographisch-historische Beschreibung alle Städte, Märkte, Schlösser, Pfarren, und anderer merkwürdigen Oerter des Landes Oesterreich ob der Enns. In alphabetischer Ordnung von ihrem möglichst erhobenen Ursprunge bis zum Wiener-Friedensschluße 1809. Von Ignaz Giegle, gewesenen Pfleger, Bezirkskommissär, Justiz- und Landgerichts-Verwalter zu Wimsbach, jetzt Hofrichter zu Lambach. Im Verlage bey Joseph Fink, Buchhändler in Linz. Wels, 1814. Gedruckt bey Michael Haas.
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