Gefecht bei Dürenstein.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Der 11. November 1805. [1]

Der erste russische Heerhaufen, der als Bundeshülfe im J. 1805 die österreichischen Streitkräfte zu vermehren unter dem Grafen Golenitschew Kutusow heranzog, war in der 2. Hälfte des Weinmonats schon bis an den Inn gelangt, und hatte sich mit Kienmayers der feindlichen Uibermacht weichenden Truppen vereinigt. Oesterreicher und Russen zogen sich nun über die österreichischen Gränzen zurück.

Am 3. Novemb. wurde die Nachhut der letztern lebhaft angegriffen. Tapfer wehrte sich eine kleine Anzahl gegen Viele. Auf den Höhen von Amstetten entspann sich ein heftiges Gefecht mit der Grenadier-Division Oudinot. Kutusow ging bei Krems auf das linke Donauufer. Marschall Mortier eilte mit 1500 Mann von Linz, wo er die von den Russen abgebrannte Brücke wieder herstellen liess, dahin, um den wichtigen Uibergangspunkt bei Krems vor Kutusow zu erreichen. Er kam zu spät.

Am 11. November stiess seine Vorhut unter Marmont bei Dürenstein auf den Nachtrab der Russen, und gleich begann ein hartnäckigen Kampf, in welchen nach und nach von beiden Seiten mehrere Truppen verwickelt wurden. Mit Wuth wurde selbst in den Gässen und Häusern von Stadt Stein gefochten. Die Franzosen wurden geschlagen und versprengt, beinahe ein ganzes Regiment von ihnen in die Donau gejagt, General Grainedorge mit 1500 Mann gefangen. Mortier und Gazan flüchteten, beide leicht verwundet, in einem Nachen über die Donau. Einige mit Franzosen bemannte Schiffe wurden zu Grund gerichtet, und ihnen über 2000 Mann getödtet. Doch auch die Russen und Oesterreicher litten viel. Die letztern hatten den Tod ihres Generalquartiermeisters, den F. M. L. Schmidt, der die Haupttriebfeder dieses ruhmwürdigen Kampfes war, unendlich zu bedauern. Kutusow erhielt für diesen Sieg das Grosskreuz des Theresien-Ordens.


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Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. *Historischer Militair-Almanach des 16. 17. 18. und 19. Jahrhunderts. Mit besonderer Hinsicht auf das letztere, und den oesterreichischen Kaiserstaat. Mit 15 Portraits, für Freunde der neueren und neuesten Kriegsgeschichte von Johann Ritter von Rittersberg. Prag bei C. W. Enders 1825.
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