Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Schlacht bey Vihiers.

Der achtzehnte Julius 1793.

Der Krieg in der Vendee fieng mit Stöcken, Heugabeln und einigen Steinbüchsen an, aber bald stunden über hunderttausend Mann in den Waffen. Die Republikaner machten schreckliche, blutige Erfahrungen, was ein gereitztes Volk, nebenbey von religiösem Enthusiasmus erfüllt und von fanatischen Priestern angeführt, vermöge. Kaum war General Westermann bey Chatillon geschlagen und seine ganze Infanterie zusammengehauen, so ward er am heutigen Tag bey Vihiers wieder von 50,000 Mann angegriffen. Diese Schlacht war eine der greulichsten des Vendee-Krieges und endete sich mit gänzlicher Niederlage der Republikaner. Sie suchten die Trümmer ihrer Armee fünfzehn Stunden vom Schlachtfelde in Chinon zu sammeln, aber kaum waren sie vermögend, viertausend Mann zusammen zu bringen. Der gröste Theil ihrer Soldaten war getödtet, oder gefangen. Alle benachbarten Städte waren voll von geflüchteten, deren manche -- vom Schrecken gejagt -- bis nach Paris liefen, um dem Nationalconvent die Greuel der Verwüstung zu melden. Und so war in fünf Monaten, vom Anfang März bis zu Ende des Julius, die königliche Parthey in der Vendee zum Gipfel ihrer Macht aufgestiegen, hatte ihren Feinden nur allein über 300 Kanonen genommen und es schien nicht anders, als daß es ihr in Kurzem möglich seyn werde, die junge Republik ganz zu vertilgen.


Quellen und Literatur.[]

  • Neues historisches Handbuch auf alle Tage im Jahr mit besonderer Rücksicht auf die Ereignisse der neuesten Zeiten von Wagenseil Königl. baier. Kreißrath. Augsburg und Leipzig in der Jenisch und Stageschen Buchhandlung.
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