Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Valencia, liegt eine halbe franz. Meile vom Meer, am Flusse Guadalaviar. Sie ist eine der größten und schönsten Städte in Spanien, mit einer Citadelle versehen, hat sehr ansehnliche Seidenfabriken, und ist der Sitz eines Erzbischofs mit 115000 Dukaten Einkünften, einer Universität, einer Akademie der schönen Künste, die K. Carl III. stiftete, und die von ihm den Namen führt. Die Zahl der Einwohner beträgt 105000. Die Kathedral-Kirche ist eine der herrlichsten in Spanien; der 30 Fuß hohe und 18 Fuß breite Hauptaltar ist ganz von Silber. Die Stadt wird des Nachts erleuchtet, aber die meisten Häuser haben weder Glasfenster noch Schornsteine. Die Strassen sind enge und nicht gepflastert, aber man bestreut sie fleißig mit feinem Sande. Die Universität gehört unter die berühmtesten in Spanien, hat 1500 Studenten und eine öffentliche Bibliothek. Eins von den Hauptgebäuden ist das große Königl. Hospital vor der Stadt, welches in besondern Abtheilungen zugleich als Waisen- und als Narrenhaus dient. Ausserhalb der Stadt, in einem weitläufigen Gebäude, el Real genannt, wohnt der General-Capitän oder Gouverneur von Valencia.

Das wohlgebauete Dorf Grao, ½ Stunde von der Stadt liegt am Meer, welches hier eine schlechte Rhede ohne Ankergrund bildet. Die im Gesichte von Valencia ankommenden Fahrzeuge werden in Barken ausgeladen, welche fast bis an den Strand bey Grao fahren, und alsdann durch Ochsen aufs Trockne gezogen werden.

Der neuangelegte künstliche Hafen der Stadt ist noch nicht vollendet; die Handlung der Stadt aber von großer Wichtigkeit.


Valencia.

Quellen und Literatur.[]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
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