Villach.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Villach, alte Stadt mit 3600 Einwohn., in Oberkärnthen, wo die Flüsse Draw und Geyl zusammen kommen, 4 Meilen von Clagenfurt. Sie war sonst der Hauptort der bischöflich-bambergischen Güter in Kärnthen, ist aber mit denselben 1759 an das Erzhaus Oesterreich verkauft worden, und ist der Sitz der Regierung des Villacher Kreises. Sie hat ein Schloß, verschiedene hübsche Häuser, und gutes Gewerbe mit Stahl, Eisen, Bley und Galmey, besonders nach Venedig, da sie an der Hauptkommerzial-Straße nach Italien liegt. Jezt ist Villach der Hauptort eines Bezirks in der ersten Division der Illyrischen Provinzen des Kaisers Napoleon.


Der Villacher Kreis machte die westliche kleinere Hälfte des Herzogth. Kärnthen aus, gränzt nördlich an Steyermark und Salzburg, westlich an das Pusterthal in Tyrol und südlich an das Königr. Italien. Auf allen diesen Seiten schließen es hohe Gebirge ein, welche auch den größten Theil desselben durchziehen und ihn weniger für den Getreidebau als für die Viehzucht ergiebig machen. Doch hat das Thal des Donauflusses, welcher den Kreis durchfließt und der kleinen in ihn fallenden Nebenflüsse, fruchtbares Land. Die Berge liefern Gold, Kupfer, vorzüglich aber viel Bley und Eisen, welche mehrern Fabriken das nöthige Materiale liefern. Die Größe beträgt gegen 100 QM. und die Menschenzahl 115000 nach der Zählung im j. 1788. Die meisten sind Deutsche, die wenigern Wenden. Neben den herrschenden Katholiken finden sich auch 15000 Lutheraner. -- Im J. 1809 wurde diese Landschaft abgetreten.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
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