Nowgrod.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Nowgorod, mit dem Beynamen Welikoi, d. i. Groß, deutsch Neugard oder Neugarten, bey den nordischen Schriftstellern Holmgard, Hauptstadt in dem Russischen Gouvernement gleiches Namens. Sie liegt an beyden Seiten des schiffbaren Flusses Wolchow, wo derselbe aus dem Ilmensee (Osero Ilmen) kommt, und ist eine der ältesten Städte. Sie hatte vom 9ten Jahrhundert an eigene Fürsten, die jedoch von den Russischen Großfürsten abhiengen. Im 12ten Jahrhundert sezte sie sich in eine republikanische Verfassung, und erweiterte, während derselben, ihr Gebiet so beträchtlich, daß es sich über Ingermanland, Carelien und einen großen Theil von dem heutigen Nowgorodischen und Archangelischen Gouvernement erstreckte. Gegen das Ende des 13ten Jahrhunderts errichteten die Hansestädte daselbst ein Comptoir, welches sich an 200 Jahr erhielt, und zur Aufnahme der Handlung in Rußland und zum Wohlstand und der Macht der Stadt vieles beytrug. Im J. 1578 brachte der Großfürst Iwan Wasiliewitsch diese Stadt völlig unter seinen Gehorsam. Im J. 988 bekam sie den ersten Bischof, und 1165 den ersten Erzbischof. Die Kathedralkirche zu St. Sophie, stehet, nebst dem erzbischöfl. Palast, in einem mit Mauern umgebenen Schlosse, der Kreml genannt. Von dem alten Ansehen dieser Stadt sind nur geringe Denkmale noch vorhanden, worunter der alte Wall gehöret, in dessen Umfang aber jezt viel Ackerland und Viehweiden mit eingeschlossen sind. Die Stadt hat im Umfange über eine ge. Meile, 62 Kirchen, 6 Klöster 12 Krongebäude, 1,512 Häuser, darunter 39 von Stein und nur 7,126 Einwohner. Die Kaufleute treiben blos Budenhandel. Unter den Fabriken ist die Segeltuchfabrik die ansehnlichste, sie liefert der Admiralität jährlich 4000 Stücke. Sonst giebt es noch Lederfabriken und Wachsschlägereyen.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1812]

St. Petersburg, den 27sten März. [2]

Der Civilgouverneur von Witepsk, wirkliche Etatsrath Sumarokow, ist Allergnädigst zum Civilgouverneur von Nowgorod ernannt.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 87. Mittewoch, den 10. April 1812.
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