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Westpreußen hieß vor 1772 Polnisch-Preußen, weil es mit Inbegriff von Ermeland zu denjenigen Theilen Preußens gehörte, die die Krone Polen 1525, als sie dem Ordensmeister Albrecht von Brandenburg das Herzogthum Preußen zu Lehn gab, sich vorbehalten hatte. Danzig, Thorn und Elbing waren darin die bedeutendsten Städte.

1772 nahm endlich König Friedrich II. Polnisch-Preußen, doch mit Ausnahme von Danzig und Thorn in Besitz, schlug Ermeland zu Ostpreußen, vereinigte aber damit den ganzen Netzdistrict und gab dem Lande im Gegensatze von Ostpreußen den Namen Westpreußen. 1793 kamen auch die Städte Danzig und Thorn in preußischen Besitz.

Aber 1807 im Frieden zu Tilsit sah sich diese Krone gezwungen, einen Theil des Landes an Frankreich abzutreten, welches selbigen theils zum Herzogthum Warschau schlug, theils aus dem Gebiete der Stadt Danzig eine Art Freistaate bildete, den es durch eine starke Besatzung deckte.

Erst 1815 gab der wiener Congreß diese Landestheile an Preußen zurück, welches hierauf die südlichen Bezirke an der Netze zu der Provinz Posen schlug, aus dem eigentlichen Westpreußen aber unter seinem vorigen Namen eine besondere Provinz bildete, die die beiden Regierungsbezirke 1. Danzig mit den Kreisen Dirschau, Marienburg und Stargard, und 2. Marienwerder, mit den Kreisen Marienwerder, Christburg, Neuenburg, Kulm, Michelau, Kanitz, Kamin, Krone und Neidenburg enthält und auf 471½ Q. M., 560,128 Einwohner zählt.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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