W. H. Prinz von England, Herzog von Clarence.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]

Neopolem
Collectie Rijksmuseum Amsterdam.

Clarence (W.H. Prinz von England, Herzog von), dritter Sohn des König Georg III., geboren den 21. August 1765. Er wurde für den Seedienst gebildet und diente von unter hinauf durch alle Grade, ohne jedoch in den Kriegen irgend ein Commando zu haben. In der Pairskammer zeichnete er sich immer durch warme Sprache im Geiste der Opposition gegen die kriegathmenden Gesinnungen der Minister aus. Ihm verdankt man vorzüglich auch die Abschaffung des Negerhandels. Sein Beitritt war es hauptsächlich, welcher den Sturz der Minister Pitt und Addington herbeiführte. Dennoch lebte er stets im besten Vernehmen mit der königlichen Familie, und wie ein Privatmann in häuslich freundlichem Kreise. Sein ganzes Herz hing an der berühmten Schauspielerin Miss Jordan, mit welcher er viele Jahre in innigster Verbindung lebte. Sie starb 1816 zu Bordeaux, von ihm tief betrauert. Als Großadmiral von England führte er 1814 den König Ludwig XVIII. auf der Jacht Royal Sovereign an die Küsten des wiedergewonnenen Frankreichs, und escortirte ihn mit einem Linienschiff. Er vermählte sich 1818 mit einer Prinzessin von Sachsen-Meiningen und wollte, wie versichert wurde, seine Residenz künftig in Osnabrück nehmen.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1811]

London, den 27sten December.[2]

Der Herzog von Clarence ist an die Stelle des verstorbenen Sir Peter Parker zum Admiral und zum Kommandanten der Flotte ernannt. Man frägt sich, ob dies eine Belohnung der von Sr. Königl. Hoheit erwiesenen Dienste, oder ob es ein Kunstgriff der Herrn Perceval und seiner Kollegen ist, um sich die Gewogenheit des Prinzen Regenten zu erwerben. Man erinnert sich, daß der Herzog während der Administration des Herrn Pitt ein Kommando in der Marine gewünscht hatte; allein der Premierminister hatte dies, ungeachtet des Willens Sr. Majestät, nie zugeben wollen.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 11. Freytag, den 12. Januar 1812.
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