Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Cypern.[]


Cypern, Cobros,[1] eine der größten Inseln auf dem Mittelländischen Meer, zwischen Kleinasien und Syrien, hatte ehemals ihre eigenen Könige aus dem Hause Lüsignan. Nach K. Johanns Tode hätte sie an das Haus Savoyen kommen sollen, weil seine Tochter Charlotte mit einem Prinzen dieses Hauses, Ludwig, Grafen von Genevois, vermählt war. Allein sein natürlicher Sohn Jacob, gelangte, mit Hülfe der Eqyptischen Mamliken auf den Thron. Als dieser König und bald nach ihm sein minderjähriger Sohn, starb, kam Cypern durch seine Wittwe, eine Venezianische Dame aus dem Hause Cornaro, an Venedig. Die Republik besaß diese Insel bis 1573. da sie unter Selim II. von den Türken erobert wurde. Sie ist ihrer Länge nach von Osten nach Westen mit beträchtlichen Gebirgen durchschnitten, daher im Winter kälter als man unter diesem Klima erwarten sollte, im Sommer aber, zumal längst der Südküste sehr heiß. Die Fruchtbarkeit ist äusserst groß, und würde noch weit grösser seyn, wenn die meist aus Griechen bestehenden Einwohner, bey mehrerer Kultur den Druck ihrer Gebieter der Türken nicht fürchten. Daher stehen die vor Alters so berühmten Kupferminen in den westlichen Theilen des innern Landes ungebaut. Die Hauptartikel der Ausfuhr sind: der Wein, welcher auf der ganzen Insel, aber von vorzüglicher Güte nur an einem kleinen Strich der Südküste wächst; sehr feine Baumwolle, Seide, Holz, Terpentin, Pech und Getreid. Die Hauptstadt ist Nikosia; die Residenz des Gouverneurs, welcher unter dem Großvezier steht, ist aber in der Festung Famagusta an der Ostküste, wo nur Türken als Bewohner geduldet werden. Die Bevölkerung dieser wichtigen Insel ist gering.


Quellen.[]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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